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Bonitätsprüfung

Das Wort „bonitas“ stammt aus dem lateinischen und bedeutet „Vortrefflichkeit“. Bei der Bonitätsprüfung soll festgestellt werden, wie hoch die Kreditwürdigkeit eines potenziellen Schuldners ist, also mit welcher Wahrscheinlichkeit er einen Kredit zurückzahlt. Bei der persönlichen Bonitätsprüfung geht es nur darum, den Zahlungswillen und die Zuverlässigkeit eines Kunden zu prüfen. Die wirtschaftliche Bonitätsprüfung soll feststellen, ob die wirtschaftlichen Voraussetzungen vorliegen, die es erlauben, einen Kredit zu gewähren.

Umfang der Bonitätsprüfung für Personen

Zunächst werden die allgemeinen Daten geprüft. Wie alt ist der Kunde, Familienstand, und die Wohnsituation.

Danach kommen die Angaben zur wirtschaftlichen Situation. Wichtig ist hier, neben dem vorhandenen Vermögen und den Schulden, auch die Haushaltsrechnung, um zu sehen, ob das Einkommen ausreicht, neben den bisherigen Verpflichtungen auch noch eine Kreditrate zu tragen. Es wird also jeder Geldeingang daraufhin geprüft, wie nachhaltig er ist. Besteht eine Befristung, zum Beispiel bei einem befristeten Arbeitsvertrag oder bei einer befristeten Leistungsbewilligung, kann dieses Einkommen nicht angerechnet werden. Außerdem kann es positiv auf die Prüfung wirken, wenn ein Arbeitsverhältnis bereits seit längerer Zeit besteht. Bei den Ausgaben wird meist eine Pauschale angesetzt. Dies ist für einige Kunden jedoch ein großer Nachteil, da unter Umständen höhere Kosten angesetzt werden als tatsächlich anfallen. Haben Kunden es geschafft, monatlich 100,- Euro auf ein Sparkonto zu zahlen, bedeutet das nicht, dass die Bank auch davon ausgeht, dass die 100,- Euro in die Kreditrate fließen könnten. Besonders größere Institute handeln aufgrund standardisierter Vorgänge streng nach Regeln und Vorgaben. Abweichungen sind da nicht möglich.

Wenn bereits eine Geschäftsbeziehung besteht, kann es sein, dass es auch ein internes Rating gibt. Dieses wird also geprüft um den Kunden weiterhin einzuschätzen. Da wichtige Dinge wie Zahlungsmentalität, Kontoführungsverhalten usw. in das Rating einfließen, bekommt man so bereits einen guten Überblick über den Kunden.

Auskunfteien helfen bei der Entscheidung

Zum Schluss greifen fast alle Bonitätsprüfer auch auf die Daten diverser Auskunfteien zurück. Im privaten Bereich sind dies meist die Schufa, Bürgel, Creditreform Boniversum, Deltavista und Infoscore Consumer Data.

Auskunfteien sammeln Daten über die Kunden wie Name, Geburtsdatum, Geschlecht, und die aktuelle Adresse. Auch frühere Anschriften werden gespeichert, zum einen, um den Kunden besser identifizieren zu können, zum anderen, weil so auch das Umzugsverhalten eingeschätzt werden kann. Zieht der Kunde dreimal im Jahr in eine neue Wohnung, kann dies auf einen Mietnomaden hinweisen. Außerdem hat auch das Wohnumfeld einen Einfluss auf das Rating. Die wichtigste Aufgabe der Auskunfteien sind jedoch die Informationen zu schlechtem Zahlungsverhalten. Wenn jemand mit einem Kunden schlechte Erfahrungen gemacht hat, können die Daten aus gerichtlichen Mahnverfahren, Inkassovorgängen oder auch eine Privatinsolvenz dort gemeldet werden. Ruft nun jemand die Daten zu diesem Kunden ab, bekommt er diese Dinge gleich mit gemeldet.

Das Problem an den Auskunfteien ist, dass sie besonders über junge Menschen häufig noch gar keine Daten haben, die relevant wären. Dann wird der Score ausschließlich anhand der allgemeinen Daten berechnet, was durchaus von Nachteil sein kann. Denn wohnt der Kunde z.B. in einer „schlechten“ Wohngegend, wäre auch sein eigener Score schlecht, auch wenn es noch keinerlei Probleme gegeben hat.

Auch kann es vorkommen, dass ein Fehler in den Daten zu einer Verschlechterung der Bonitätseinstufung führt.

Dennoch verlassen sich die Kreditgeber in Ermangelung besserer Möglichkeiten auf die Daten der Auskunfteien, meistens auf die Schufa. Die Abfragen dürfen von jedem mit berechtigtem Interesse durchgeführt werden.

Nicht nur die Bank führt eine Bonitätsprüfung durch

Jeder Vertragspartner, der einen Kredit gewährt, hat ein Interesse an Ihrer Bonität. Und dies sind neben den Banken auch jegliche Arten von Versandhandel, die auf Rechnung Waren liefern, Anbieter von Handy-Verträgen, die monatliche Rechnungen stellen, kurz: jeder der bei seiner Leistung in Vorleistung tritt, möchte wissen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für die Zahlung ist.

Allerdings wird hier meist nur die Schufa geprüft. Eine umfassende Prüfung gibt es eher bei Banken und Kreditinstituten.

Prüfung bei Unternehmen

Auch Personen- und Kapitalgesellschaften unterliegen einer Bonitätsprüfung. Gerade hier geht es auch bei Lieferungen um große Summen, so dass Geschäftspartner sich im Vorfeld genau überlegen müssen, mit wem sie sich einlassen.

Zur Bonitätsprüfung im Geschäfts- und Firmenkundenbereich gehört natürlich viel mehr als nur die Prüfung von Einkommensunterlagen. Es werden normalerweise mehrere aufeinanderfolgende Jahre geprüft. In die Bonitätsprüfung einbezogen werden Bilanzanalysen, Insolvenz- und Inkassoinformationen, die Entwicklung des Unternehmens, sowie allgemeine Daten wie die Branche, Firmenzweige, Muttergesellschaften, usw.

Allerdings wird auch hier auf Auskunfteien zurückgegriffen. Die größte deutsche Auskunftei für Unternehmen ist die Creditreform.

Große, meistens börsennotierte Unternehmen, Institutionen oder sogar Staaten werden von Ratingagenturen eingestuft. Hiermit soll sichergestellt sein, dass Anleger, die ihr Geld dem Unternehmen zur Verfügung stellen, auch einschätzen können, mit welcher Wahrscheinlichkeit sie ihr Kapital zurückerhalten, im besten Fall mit einer guten Rendite.