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Standorte anzeigenBonität ist ein anderes Wort für Kreditwürdigkeit. Sie beschreibt, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie einen Kredit vollständig und fristgerecht zurückzahlen. Banken, Vermieter/innen, Mobilfunkanbieter und Online-Händler dürfen Informationen zu Ihrer Bonität einholen, um das Risiko eines Zahlungsausfalls einzuschätzen, bevor sie einen Vertrag eingehen.
Eine gute Bonität bedeutet: Sie gelten als zuverlässiger Zahlungspartner und erhalten Kredite zu günstigen Konditionen. Eine schlechte Bonität führt zu höheren Zinsen, strengeren Anforderungen oder zur Ablehnung des Kreditwunsches. Die eigene Kreditwürdigkeit ist nicht nur bei Kreditanfragen relevant, sondern kann auch alltägliche Vorgänge wie die Wohnungssuche oder den Abschluss eines Mobilfunkvertrags beeinflussen.
Zur Berechnung Ihrer Bonität sammeln sogenannte Auskunfteien wie die Schufa, Creditreform Boniversum oder CRIF Bürgel verschiedene Daten zu Ihrem Finanzverhalten. Erfasst wird zum Beispiel, ob Sie Kredite pünktlich zurückzahlen oder wie viele Konten und Kreditkarten Sie haben. Die Auskunfteien berechnen anhand dieser Informationen eine Art Zeugnisnote für Ihre Kreditwürdigkeit: den Score. Je höher der Score, desto besser Ihre Bonität.
Wie Ihr Schufa-Score berechnet wird, ist seit 2026 transparent und jederzeit einsehbar.
Folgende Informationen fließen in die Bewertung Ihrer Bonität ein. Die Gewichtung kann je nach Auskunftei unterschiedlich sein.
| Kriterium | Wirkung |
|---|---|
| Pünktliche Ratenzahlung | verbessert Bonität |
| Zahlungsausfall, Mahnung, Inkasso | verschlechtert Bonität |
| Stabiles, regelmäßiges Einkommen | verbessert Bonität |
| Befristetes Arbeitsverhältnis oder Selbstständigkeit | kann Bonität belasten |
| Abgeschlossene Kredite ohne Probleme | verbessert Bonität |
| Viele parallele Kreditanfragen auf kurze Zeit | verschlechtert Bonität |
| Privatinsolvenz oder Schuldnerverzeichnis | verschlechtert Bonität stark |
| Falscher Schufa-Eintrag (nach Korrektur) | verbessert Bonität |
Neben den Schufa-Daten zieht die Bank in der Regel Informationen heran, die Sie im Rahmen der Anfrage selbst bereitstellen: monatliches Nettoeinkommen, bestehende Ausgaben und Mietverpflichtungen. Das Ergebnis ist eine Gesamtbewertung, die intern unterschiedlich bezeichnet wird, im Kern aber dieselbe Frage beantwortet: Wie wahrscheinlich ist ein Zahlungsausfall?
Stellen Sie sich zwei Personen vor, die denselben Kreditbetrag von 15.000 Euro beantragen. Person A zahlt seit Jahren pünktlich, hat einen abgeschlossenen Ratenkredit problemlos zurückgezahlt und keine offenen Verbindlichkeiten. Person B hat vor zwei Jahren eine Rechnung nicht bezahlt, was zu einem Inkassoeintrag geführt hat. Dieser Eintrag ist noch aktiv.
Person A erhält den Kredit zu einem Zinssatz von 5,9 Prozent. Person B wird entweder abgelehnt oder erhält ein Angebot mit 12,9 Prozent, weil die Bank das höhere Ausfallrisiko einpreist. Bei 15.000 Euro über 48 Monate macht das einen Unterschied von mehreren Hundert Euro an Gesamtzinsen aus. Die Bonität hat also ganz konkrete finanzielle Auswirkungen, nicht nur auf die Frage ob, sondern zu welchem Preis ein Kredit vergeben wird.
Eine allgemein gültige Grenze gibt es nicht. Jede Bank und jeder Anbieter setzt eigene Schwellenwerte. Als Orientierung gilt: Wer ein stabiles, regelmäßiges Einkommen hat, keine Zahlungsausfälle in der Vergangenheit und die bestehenden Verbindlichkeiten überschaubar hält, wird in den meisten Fällen als kreditwürdig eingestuft.
Als problematisch gelten vor allem:
Wer heute online auf Rechnung kauft oder eine Ratenzahlung vereinbart, stimmt damit einer automatisierten Bonitätsprüfung zu. Online-Bezahldienste und Händler greifen dabei auf Daten von Auskunfteien zurück und kombinieren sie mit eigenen Nutzungsdaten. Die Entscheidung, ob ein Kauf auf Rechnung zugelassen wird, trifft in Millisekunden ein Algorithmus.
Wie solche automatisierten Verfahren funktionieren und was das aus Verbraucherschutzsicht bedeutet, hat die BaFin in ihrem Fachartikel Wenn ein Algorithmus über den Kredit entscheidet (2023) beschrieben. Grundsätzlich gilt: Auch bei einem abgelehnten Online-Kauf auf Rechnung liegt meistens eine Bonitätsabfrage zugrunde, auch wenn das nicht immer transparent kommuniziert wird.
Dabei unterscheidet das System strikt nach der Zahlungsart: Während ein kurzfristiger Rechnungskauf den Score kaum beeinflusst, gilt ein Ratenkauf rechtlich als echter Konsumentenkredit (z. B. Klarna, PayPal-Ratenzahlung und andere Varianten von „Jetzt kaufen, später bezahlen“). Mehrere parallele Ratenzahlungen senken die statistische Bonität daher spürbar, da sie das langfristige Ausfallrisiko erhöhen.
Sie haben das Recht, jederzeit eine kostenlose Schufa-Datenkopie nach Art. 15 DSGVO anzufordern. Diese können Sie direkt online auf der Seite der Schufa beantragen. Diese Übersicht enthält sämtliche gespeicherten Informationen sowie Ihre aktuellen Basis- und Branchen-Scores. Fehlerhafte oder veraltete Einträge lassen sich direkt bei der Schufa reklamieren und zügig korrigieren.
Dank des neuen, transparenten Schufa-Scoring-Modells ist Ihr persönlicher Wert jetzt leicht nachzurechnen. Die Auskunftei legt die mathematischen Kriterien offen, sodass Sie genau nachvollziehen können, wie Ihr Score zustande kommt und wie Sie Ihre eigene Bonität künftig gezielt positiv beeinflussen können.
Eine schlechte Bonität führt nicht automatisch zu einer Kreditabsage. Banken entscheiden individuell, viele bieten speziell angepasste Lösungen an: Der Kredit wird genehmigt, aber zu einem höheren Zinssatz. Wie stark der Zinssatz ansteigt, hängt von der jeweiligen Bank und dem Ausmaß der Bonitätsbeeinträchtigung ab.
Ein Rechtsanspruch auf einen Kredit besteht allerdings nicht. Eine Bank darf einen Antrag ablehnen, ohne die Ablehnung zu begründen. Sie ist lediglich verpflichtet, Sie darüber zu informieren, wenn die Entscheidung auf Basis einer automatisierten Verarbeitung von Daten getroffen wurde.
Deutsche Kreditgeber sind zudem verpflichtet, die Kreditwürdigkeit von Antragstellenden zu prüfen. Wenn deutsche Banken das Schlagwort „Kredit ohne Schufa“ zu Werbezwecken nutzen, sind tatsächlich „Kredite trotz Schufa“ gemeint.
Vorsicht ist hingegen geboten bei vermeintlich garantierten Darlehen, Krediten ohne Bonitätsprüfung sowie Kreditinstituten ohne Impressum aus der DACH-Region. Solche Anbieter sind vor allem auf Social Media aktiv und besitzen häufig keine Erlaubnis für das Kreditgeschäft. Es drohen hohe Kosten und rechtliche Schwierigkeiten. Weitere Details finden Sie bei der Verbraucherzentrale.
Bonität lässt sich gezielt beeinflussen. Das braucht in manchen Fällen Zeit, aber die Hebel sind klar:
Das ist der wirksamste Einzelfaktor. Jede pünktlich beglichene Rate stärkt Ihre Zahlungshistorie. Wer absehbar in Zahlungsschwierigkeiten gerät, sollte frühzeitig mit dem Gläubiger sprechen, statt eine Mahnung abzuwarten.
Je geringer Ihre Gesamtverschuldung im Verhältnis zu Ihrem Einkommen, desto besser die Einschätzung. Tilgen Sie mehrere laufende Verbindlichkeiten wenn möglich gezielt, angefangen bei den teuersten. Eine Umschuldung kann dabei helfen, die Bonität langfristig zu verbessern.
Falsche oder veraltete Einträge in der Schufa-Akte können Ihre Bonität unnötig belasten. Sie haben das Recht, Ihre Schufa-Einträge einzusehen und Korrekturen zu verlangen. Einen Korrekturantrag können Sie direkt auf der Webseite der Schufa stellen.
Jede vollwertige Kreditanfrage wird bei der Schufa eingetragen und ist für andere Kreditgeber sichtbar. Viele Anfragen in kurzer Zeit wirken sich negativ auf die Bonität aus. Nutzen Sie stattdessen Konditionsanfragen: Sie sind schufaneutral und zeigen Ihnen trotzdem, mit welchen Konditionen Sie bei einem Kreditgeber rechnen können.
Zu viele gleichzeitig laufende Kreditkarten oder Girokonten können als Risikosignal gewertet werden. Das bedeutet nicht, dass Sie alle schließen müssen, aber ein bewusster Überblick lohnt sich.
Negative Einträge werden nach unterschiedlichen Fristen gelöscht, je nach Art des Eintrags. Ein abgeschlossener Kredit ohne Probleme bleibt drei Jahre nach der Rückzahlung gespeichert und wirkt sich positiv aus. Ein Inkassoeintrag bleibt ebenfalls drei Jahre nach Begleichung bestehen. Besserung der Bonität ist also oft eine Frage der Zeit und des konsequenten Zahlungsverhaltens.
Mit einer guten Bonität erhalten Sie günstige Finanzierungen zu niedrigen Zinsen. Bei realistischen Anfragen sind Absagen bei guter Kreditwürdigkeit selten. Sichern Sie sich diesen Status, indem Sie laufende Verbindlichkeiten zuverlässig abbezahlen.
Auch bei einer schlechteren Bonität haben Sie Handlungsspielraum. Sie müssen zwar mit höheren Zinsen rechnen, doch ein Kreditabschluss bleibt oft möglich. Akzeptieren Sie bei der Kreditsuche jedoch niemals unseriöse Vorabgebühren. Eine schwache Bewertung ist kein Dauerzustand, sondern lässt sich mit der Zeit aktiv verbessern.
Werden Sie dafür direkt aktiv: Fordern Sie Ihre kostenlose Schufa-Datenkopie an, um fehlerhafte Einträge zügig korrigieren zu lassen. Zahlen Sie Rechnungen und Raten stets pünktlich, das ist der stärkste Hebel für einen besseren Score. Schonen Sie Ihre Bonität zusätzlich, indem Sie bei Kreditanfragen ausschließlich schufaneutrale Konditionsanfragen nutzen.