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Standorte anzeigenMit einer Bonitätsprüfung überprüfen Kreditinstitute die finanzielle Zuverlässigkeit und Kreditwürdigkeit von Antragstellenden, bevor sie eine Kreditzusage erteilen. Dieser Schritt ist nicht optional, sondern für Banken bei Verbraucherkrediten gesetzlich vorgeschrieben. Nach § 505a BGB darf ein Darlehensvertrag nur abgeschlossen werden, wenn die Prüfung keine erheblichen Zweifel an der Rückzahlungsfähigkeit ergibt.
Eine Bonitätsprüfung schützt nicht nur die Bank, sondern auch die Kreditnehmenden. Wer einen Kredit aufnimmt, der das eigene Einkommen dauerhaft überfordert, gerät schnell in finanzielle Schwierigkeiten. Die gesetzliche Prüfpflicht soll verhindern, dass Darlehen an Personen vergeben werden, bei denen ein Zahlungsausfall von Anfang an wahrscheinlich ist.
Die Bank entscheidet dabei nicht nach Bauchgefühl, sondern auf Basis eines standardisierten, datengestützten Prüfungsverfahrens. Diese systematische Analyse soll sicherstellen, dass jede Kreditvergabe auf möglichst objektiven Fakten beruht. Das Verfahren gliedert sich in drei wichtige Schritte:
Bei der Kreditentscheidung achtet die Bank vor allem auf Ihre persönlichen Angaben und Ihr bisheriges Zahlungsverhalten.
Folgende Informationen erfragt die Bank direkt bei den Kreditnehmenden:
Ergänzend holt die Bank eine Auskunft von einer Auskunftei ein, in Deutschland überwiegend von der Schufa. Diese externe Auskunft enthält unter anderem:
| Datenart (Schufa-Auskunft) | Bedeutung für die Prüfung |
|---|---|
| Laufende Kredite und Darlehen | Anzahl und Höhe aktiver Verbindlichkeiten |
| Zahlungshistorie | Pünktliche oder verspätete Zahlungen in der Vergangenheit |
| Negative Einträge | Inkassoverfahren, Mahnbescheide, Eidesstattliche Versicherung |
| Privatinsolvenz | Laufendes oder abgeschlossenes Insolvenzverfahren |
| Bisherige Kreditanfragen | Anzahl vergangener Anfragen bei Auskunfteien |
| Abgeschlossene Kredite | Vertragsgemäß zurückgezahlte Darlehen (wirkt positiv) |
| Konten und Kreditkarten | Anzahl laufender Girokonten und Kreditkarten |
Aus beiden Quellen errechnet die Bank ein Gesamtbild: Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie die Raten pünktlich bedienen werden? Wie stark einzelne Faktoren gewichtet werden, unterscheidet sich von Institut zu Institut. Die interne Berechnungsmethodik wird nicht veröffentlicht.
Ergänzend dazu kann die Bank eigene interne Scoring-Modelle einsetzen, die Faktoren wie die Kontobewegungen auf Ihrem Girokonto (sofern bei derselben Bank) oder Ihr bisheriges Verhalten als Bestandskunde berücksichtigen. Zwei Banken können also zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, obwohl Ihre Angaben und die Schufa-Auskunft identisch sind. Ein abgelehnter Kreditantrag bei einer Bank schließt eine Zusage bei einer anderen nicht aus.
Eine Bonitätsprüfung ist nur zulässig, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt. Wer Ihre Bonität abfragen möchte, muss ein nachvollziehbares wirtschaftliches Risiko tragen, wenn Sie Ihre Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen.
Typische Fälle, in denen eine Bonitätsprüfung zulässig ist:
Arbeitgeber dürfen grundsätzlich keine Schufa-Auskunft verlangen. Eine Ausnahme gilt nur, wenn die Stelle besonderen Umgang mit Vermögenswerten erfordert, etwa bei Kassiertätigkeiten. Privatpersonen ohne wirtschaftliches Risiko dürfen Ihre Bonität ebenfalls nicht abfragen. Was Auskunfteien genau dürfen und was nicht, beschreibt die Verbraucherzentrale in ihrem Beitrag „Bonitätsprüfung: Was dürfen Schufa und Co.?“.
Für deutsche Banken ist die Bonitätsprüfung gesetzliche Pflicht und ein routinemäßiger Vorgang. Sie schützt beide Seiten vor finanziellen Risiken – die Bank ebenso wie die Kreditnehmenden.
Achten Sie beim Kreditvergleich jedoch darauf, dass Sie unverbindliche Konditionsanfragen statt vollwertiger Kreditanfragen stellen. Professionelle Kreditvermittler wie KREDIT.DE wählen hier automatisch die für Sie bessere Variante.
Für Kreditnehmende entstehen durch die Bonitätsprüfung keine Kosten. Die Schufa-Abfrage übernimmt der Kreditgeber.
Auch Ihren Schufa-Score können Sie kostenlos einsehen. Dafür gibt es zwei offizielle Wege:
Bei deutschen Kreditgebern lässt sich die Bonitätsprüfung nicht umgehen, denn sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie gilt als Qualitätsmerkmal für faire und sichere Angebote.
Was Sie stattdessen tun können: gut vorbereitet in die Prüfung gehen. Das erhöht die Chancen auf eine reibungslose Entscheidung und kann sich positiv auf die angebotenen Konditionen auswirken. Banken bewerten nicht nur, ob Sie kreditwürdig sind, sondern auch, wie verlässlich und vollständig Ihre Angaben sind. Wer unvollständige oder widersprüchliche Unterlagen einreicht, riskiert Verzögerungen.
So bereiten Sie die Bonitätsprüfung optimal vor:
Eine Bonitätsprüfung ist ein geregeltes, gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren. Sie minimiert die Risiken für Banken und Kreditnehmende gleichermaßen. Banken nutzen zur Bonitätsprüfung sowohl die persönlichen Angaben der Kreditnehmenden als auch Daten von Auskunfteien wie der Schufa sowie bankeninterne Informationen.
Da sich das Verfahren nicht umgehen lässt, sorgt eine optimale Vorbereitung für die besten Konditionen. Fordern Sie vorab Ihre kostenlose SCHUFA-Auskunft an, um fehlerhafte Einträge sofort korrigieren zu lassen. Halten Sie zudem alle Einkommensnachweise lückenlos bereit – das schafft Vertrauen und beschleunigt die Entscheidung.
Achten Sie beim vorherigen Kreditvergleich unbedingt darauf, nur schufaneutrale Konditionsanfragen statt vollwertiger Kreditanfragen zu stellen. So können Sie viele verschiedene Angebote vergleichen, ohne Ihre Bonität zu belasten.