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Standorte anzeigenVon A wie Annuitätendarlehen bis Z wie Zinsbindung – unser Glossar erklärt Ihnen die wichtigsten Kreditbegriffe verständlich und auf den Punkt.
8 Begriff(e) gefunden
Beim Annuitätendarlehen bleibt die monatliche Rate über die gesamte Zinsbindungsfrist gleich (Annuität). Der Zinsanteil sinkt mit jeder Zahlung, während der Tilgungsanteil steigt. Es ist die häufigste Form der Baufinanzierung.
Die Auflassungsvormerkung schützt den Käufer einer Immobilie, indem sie seinen Eigentumsanspruch im Grundbuch sichert – noch bevor der endgültige Eigentumsübergang vollzogen ist. Sie verhindert, dass der Verkäufer die Immobilie in der Zwischenzeit anderweitig veräußert oder belastet. Die Eintragung erfolgt durch den Notar nach Vertragsunterzeichnung.
Eine Anschlussfinanzierung ist nötig, wenn nach Ablauf der Zinsbindungsfrist eines Baudarlehens noch eine Restschuld besteht. Man kann bei der Hausbank verlängern (Prolongation) oder zu einer anderen Bank wechseln (Umschuldung). Ein Vergleich lohnt sich fast immer.
Ein Autokredit ist ein zweckgebundener Kredit für den Fahrzeugkauf. Er ist meist günstiger als ein Ratenkredit zur freien Verwendung, weil das Fahrzeug als Sicherheit dient. Alternativ bieten Autohändler Ballonfinanzierungen oder Leasing an.
Ein Avalkredit ist keine direkte Geldleihe, sondern eine Haftungsübernahme der Bank. Die Bank bürgt gegenüber einem Dritten für die Verpflichtungen der Kreditnehmenden, z. B. als Mietkaution oder Bietungsgarantie.
Bei der Ballonfinanzierung zahlen Käufer/innen zunächst niedrige Monatsraten, am Ende jedoch eine hohe Schlussrate (Ballon). Sie ist beim Autokredit verbreitet. Die Schlussrate muss finanziert, angespart oder durch Fahrzeugrückgabe gedeckt werden.
Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit einer Person – also die Fähigkeit und den Willen, Schulden zuverlässig zurückzuzahlen. Bevor Banken einen Kredit vergeben, prüfen sie die Bonität anhand von Einkommen, Ausgaben, Beschäftigung und der Schufa-Auskunft.
Die Bonitätsprüfung ist der Prozess, bei dem eine Bank die Kreditwürdigkeit der Antragstellenden bewertet. Dabei werden Einkommensbelege, Kontoauszüge und Schufa-Daten analysiert. Eine verbindliche Kreditanfrage wird bei der Schufa gespeichert. Eine unverbindliche Konditionsanfrage (wie KREDIT.DE zum Kreditvergleich nutzt) hat dagegen keine Auswirkung auf die Bonität.
Bei einer Bürgschaft haftet eine dritte Person (Bürge) für die Schulden von Kreditnehmenden, wenn diese nicht zahlen können. Bürgschaften erhöhen die Chancen auf eine Kreditzusage bei schwacher Bonität der Antragstellenden.
Ein Bausparvertrag kombiniert eine Ansparphase mit einem späteren Anspruch auf ein günstiges Bauspardarlehen. In der Ansparphase wird ein Zielbetrag angespart, danach wird das zinsgünstige Darlehen zugeteilt. Er eignet sich zur Zinssicherung für eine spätere Anschlussfinanzierung.
Der Beleihungswert ist der langfristig haltbare Wert einer Immobilie, der sich im Falle eines Verkaufs / einer Versteigerung mit hoher Wahrscheinlichkeit erzielen lässt. Er liegt meist unter dem Kaufpreis und wird von der Bank ermittelt, um die maximale Kredithöhe festzulegen.
Bereitstellungszinsen fallen bei Baudarlehen an, wenn die vereinbarte Summe nicht sofort vollständig abgerufen wird. Die Bank hält das Geld zwar weiterhin bereit, berechnet dafür aber eine Gebühr – meist 0,25 % pro Monat nach der bereitstellungszinsfreien Zeit.
Eine Baufinanzierung umfasst alle Kreditlösungen zum Kauf, Bau oder zur Modernisierung von Immobilien. Typisch ist ein Annuitätendarlehen mit langer Zinsbindung. Neben dem Zinssatz sind Eigenkapitalquote und Tilgungshöhe wichtige Faktoren.
Bearbeitungsgebühren für Ratenkredite wurden 2014 vom Bundesgerichtshof für unzulässig erklärt und sind seitdem verboten. Banken dürfen keine pauschalen Gebühren für die Kreditbearbeitung erheben – alle Kosten müssen im effektiven Jahreszins enthalten sein. Verbraucher/innen, die früher solche Gebühren gezahlt haben, konnten diese zurückfordern.
Der Beleihungsauslauf gibt in Prozent an, wie hoch der Kredit im Verhältnis zum Beleihungswert (konservative Schätzung des Immobilienwerts) ist. Je niedriger der Beleihungsauslauf, desto besser die Zinskonditionen. Ein Beleihungsauslauf unter 60 % gilt als besonders günstig.
Bei einem bonitätsabhängigen Zinssatz richtet sich der Kreditzins nach der individuellen Kreditwürdigkeit der Antragstellenden. Je besser die Bonität, desto niedriger der Zins. Werbung mit dem sogenannten Zwei-Drittel-Zins ist gesetzlich vorgeschrieben: Mindestens zwei Drittel der Kunden müssen diesen Zins erhalten.
Ein Cap-Darlehen ist ein variables Darlehen mit einer Zinsobergrenze (Cap). Der Zinssatz kann sinken, aber nie über den vereinbarten Maximalsatz steigen. Es bietet Flexibilität bei gleichzeitigem Schutz vor extremen Zinssteigerungen.
Der Dispokredit (Dispositionskredit) ist ein Überziehungsrahmen auf dem Girokonto. Er ist jederzeit nutzbar, aber mit sehr hohen Zinsen (oft 10–14 % p.a.) verbunden. Er sollte nur kurzfristig genutzt und bei dauerhafter Inanspruchnahme umgeschuldet werden. Dispokredite können gemeinsam mit anderen Krediten in einer Umschuldung zu einem deutlich günstigeren Darlehen zusammengefasst werden.
Darlehen ist der juristische Begriff für einen Kredit. Die Bank übergibt Darlehensnehmenden einen Geldbetrag, der nach einem festgelegten Plan zurückgezahlt wird. Umgangssprachlich werden Kredit und Darlehen oft als Synonyme verwendet.
Ein Disagio ist ein Abzug vom Kreditbetrag bei der Auszahlung. Kreditnehmende erhalten weniger Geld, als sie zurückzahlen müssen. Im Gegenzug ist der Sollzins niedriger. Das Disagio ist steuerlich absetzbar, wenn der Kredit für vermietete Immobilien genutzt wird.
Der effektive Jahreszins gibt die tatsächlichen Gesamtkosten eines Kredits pro Jahr in Prozent an. Im Gegensatz zum Sollzins enthält er alle verpflichtenden Kosten wie Bearbeitungsgebühren. Deshalb ist er das entscheidende Vergleichsmerkmal beim Kreditvergleich.
Der Einkommensnachweis – meist die letzten zwei bis drei Gehaltsabrechnungen – ist ein zentrales Dokument bei jedem Kreditantrag. Banken prüfen damit, ob Antragstellende die monatlichen Raten dauerhaft bedienen können. Selbstständige müssen in der Regel Steuerbescheide oder Bilanzen einreichen.
Der EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) ist der Zinssatz, zu dem sich europäische Banken gegenseitig Geld leihen. Er dient als Referenzzinssatz für variable Darlehen und beeinflusst indirekt die Zinsen für Verbraucher/innen.
Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der EZB leihen. Steigt der Leitzins, verteuern sich Kredite für Verbraucher/innen. Sinkt er, werden Kredite günstiger. Er ist damit der wichtigste Treiber für Bauzinsen und Kreditkonditionen.
Eigenkapital bezeichnet die eigenen Mittel, die Käufer/innen in die Immobilienfinanzierung einbringen. Empfohlen werden mindestens 20 % des Kaufpreises plus die Nebenkosten. Je mehr Eigenkapital, desto besser die Zinskonditionen.
Eigenleistungen (auch Muskelhypothek) sind eigene Arbeitsleistungen beim Hausbau, die als Eigenkapitalersatz anerkannt werden können. Banken akzeptieren sie meist nur bis zu einem bestimmten Anteil und verlangen einen Nachweis der Qualifikation.
Bei einem endfälligen Darlehen zahlen Kreditnehmende während der Laufzeit nur die Zinsen. Die gesamte Kreditsumme wird am Ende der Laufzeit auf einmal zurückgezahlt. Diese Form wird oft in Kombination mit einer Lebensversicherung oder einem Bausparvertrag genutzt.
Ein Forward-Darlehen sichert den aktuellen Zinssatz für eine zukünftige Anschlussfinanzierung, die noch bis zu 5 Jahre entfernt liegt. Es schützt vor steigenden Zinsen, ist aber mit einem Zinsaufschlag verbunden.
Beim Festzins bleibt der vereinbarte Zinssatz für die gesamte Zinsbindungsfrist konstant – unabhängig von Marktschwankungen. Das gibt Planungssicherheit, da die monatliche Rate sich nicht verändert. Im Gegensatz dazu steht der variable Zinssatz, der sich am Markt orientiert.
Der Grundbuchauszug ist ein offizielles Dokument, das Auskunft über die Eigentumsverhältnisse und Belastungen einer Immobilie gibt. Banken fordern ihn standardmäßig bei der Baufinanzierungsprüfung an. Er zeigt unter anderem eingetragene Grundschulden, Hypotheken und Dienstbarkeiten.
Die Grunderwerbsteuer fällt beim Kauf einer Immobilie an und wird vom Bundesland festgelegt. Sie beträgt zwischen 3,5 % (Bayern, Sachsen) und 6,5 % (Brandenburg, NRW, Schleswig-Holstein) des Kaufpreises. Sie muss in der Regel innerhalb von vier Wochen nach Beurkundung bezahlt werden.
Eine Grundschuld ist ein dingliches Recht an einer Immobilie, das der Bank als Sicherheit für ein Baudarlehen dient. Im Gegensatz zur Hypothek erlischt die Grundschuld nach der Tilgung des Kredits nicht automatisch und kann bei zukünftigen Finanzierungen wieder genutzt werden. Das spart Zeit und Notarkosten.
Der Gesamtkreditbetrag ist die Summe aller von den Kreditnehmenden zu leistenden Zahlungen – also Nettokreditbetrag plus Zinsen und verpflichtende Gebühren. Er ist im Kreditvertrag gesetzlich ausweispflichtig und zeigt die Gesamtkosten des Kredits.
Die Haushaltsrechnung ist eine Gegenüberstellung aller monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Banken erstellen sie intern, um zu prüfen, ob Kreditnehmende die geplante Rate tragen können. Kreditnehmende sollten ihre eigene Haushaltsrechnung kennen, bevor Sie einen Kredit beantragen.
Eine Hypothek ist eine grundpfandrechtliche Absicherung eines Kredits durch eine Immobilie. In Deutschland ist heute die Grundschuld gebräuchlicher. Bei Zahlungsausfall kann die Bank die Immobilie zwangsversteigern lassen.
Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet staatlich geförderte Kredite zu günstigen Konditionen an – z. B. für energieeffizientes Bauen oder Sanieren. KfW-Kredite werden über die Hausbank beantragt und können mit normalen Baudarlehen kombiniert werden.
Eine Konditionsanfrage dient dem unverbindlichen Kreditvergleich. Im Gegensatz zum verbindlich gestellten Kreditantrag ist sie schufaneutral, hinterlässt also keinen Eintrag. So können Kreditnehmende problemlos mehrere Angebote einholen und vergleichen, ohne ihre Bonität zu gefährden.
Die Kreditlaufzeit gibt an, über welchen Zeitraum ein Kredit zurückgezahlt wird. Eine längere Laufzeit bedeutet niedrigere Monatsraten, aber insgesamt höhere Zinskosten. Die optimale Laufzeit hängt von den eigenen finanziellen Möglichkeiten ab.
Kaufnebenkosten sind alle zusätzlichen Kosten beim Immobilienerwerb neben dem Kaufpreis: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %), Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1,5–2 %) sowie ggf. Maklerprovision (ca. 3,57 %). Je nach Bundesland betragen die Nebenkosten 7–15 % des Kaufpreises.
Der Kontokorrentkredit ist der Fachbegriff für den Dispokredit im Unternehmensbereich. Er ermöglicht flexible Überziehungen des Geschäftskontos bis zu einem vereinbarten Limit.
Ein Kredit ist ein Darlehen, bei dem eine Bank Geld zur Verfügung stellt, das Kreditnehmende in vereinbarten Raten zurückzahlen. Für die Bereitstellung des Geldes verlangt die Bank Zinsen. Kredite gibt es für viele Zwecke: vom Konsumkredit über den Autokredit bis zur Baufinanzierung.
Beim Kreditantrag geben Antragstellende der Bank alle Informationen, die sie für die Bonitätsprüfung benötigt: Einkommen, Ausgaben, Beschäftigung und persönliche Daten. Die Bank prüft daraufhin Ihre Kreditwürdigkeit und entscheidet über die Vergabe.
Eine Kreditkarte ermöglicht bargeldloses Bezahlen auf Kredit – der Betrag wird erst am Monatsende oder in Raten abgebucht. Manche Karten bieten zinslosen Zahlungsaufschub, andere berechnen hohe Zinsen bei Teilzahlung. Oft ist es günstiger, Kreditkarten-Schulden mit Ratenkrediten umzuschulden.
Sowohl Kreditnehmende als auch Banken können einen Kreditvertrag unter bestimmten Voraussetzungen kündigen. Kreditnehmende können bei variablen Zinsen jederzeit, bei Festzins nach 10 Jahren mit Frist kündigen. Banken dürfen bei schwerem Vertragsbruch – z. B. ausbleibenden Ratenzahlungen – außerordentlich kündigen.
Kreditnebenkosten umfassen alle zusätzlichen Kosten neben dem Nominalzins – z. B. Kontoführungsgebühren, Restschuldversicherung oder Bearbeitungsgebühren (soweit noch zulässig). Sie fließen in den effektiven Jahreszins ein, sofern sie vom Abschluss des Kredits abhängig sind. Verbraucher/innen sollten immer den effektiven Zins vergleichen, nicht nur den Nominalzins.
Ein Kreditvermittler vergleicht im Auftrag von Kreditnehmenden Angebote verschiedener Banken und hilft bei der Antragstellung. Seriöse Vermittler bieten diesen Service kostenlos an – die Vergütung kommt von der vermittelten Bank. Vorab-Gebühren sind ein Warnsignal.
Eine Kreditversicherung schützt den Kreditgeber vor Zahlungsausfällen. Im Unternehmensbereich sichert sie Forderungen gegen Kundinnen und Kunden ab. Im Privatbereich entspricht sie der Restschuldversicherung.
Der Kreditvertrag ist die rechtlich bindende Vereinbarung zwischen der Bank und Kreditnehmenden. Er legt Kreditsumme, Laufzeit, Zinssatz, Raten und alle weiteren Bedingungen fest. Vor der Unterzeichnung sollten alle Konditionen sorgfältig geprüft werden.
Kreditwürdigkeit ist ein weiterer Begriff für Bonität. Sie beschreibt, ob jemand als zuverlässige/r Schuldner/in eingestuft wird. Neben der Schufa-Auskunft spielen Einkommen, Beschäftigungsverhältnis und persönliche Ausgaben eine wichtige Rolle.
Beim Leasing nutzt Leasingnehmende ein Fahrzeug oder Objekt gegen monatliche Raten, werden aber nicht Eigentümer/innen. Am Ende der Laufzeit geben sie das Objekt zurück oder kaufen es zu einem Restwert. Im Vergleich zum Autokredit ist Leasing oft günstiger in der Rate, aber langfristig teurer.
Bei einer Lohnabtretung treten Kreditnehmende ihren Lohnanspruch an die Bank ab. Falls sie die Rate nicht zahlen, kann die Bank den Betrag direkt beim Arbeitgeber einziehen. Lohnabtretungen sind bei Krediten mit erhöhtem Ausfallrisiko üblich.
Ein Modernisierungskredit finanziert Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen an einer Immobilie. Für energetische Sanierungen gibt es oft günstige KfW-Förderkredite. Modernisierungskredite sind zweckgebunden und oft günstiger als freie Ratenkredite.
Eine Mahnung ist die formelle Aufforderung an Schuldner/innen, eine fällige Zahlung zu leisten. Im Kreditbereich schickt die Bank bei ausbleibender Ratenzahlung zunächst eine oder mehrere Mahnungen, bevor weitere Schritte wie Kündigung oder Inkasso eingeleitet werden. Ab der ersten Mahnung können Verzugszinsen anfallen.
Ein/e Mitschuldner/in unterzeichnet den Kreditvertrag gemeinsam mit dem/der Hauptkreditnehmer/in und haftet gleichberechtigt für die gesamte Schuld. Das verbessert die Bonität des Antrags, da die Bank zwei Einkommen berücksichtigt. Typisches Beispiel ist ein gemeinsamer Kredit von Ehepartnern.
Die Monatsrate ist der monatlich zu zahlende Betrag für einen Kredit – bestehend aus Zins- und Tilgungsanteil. Sie ist ein zentrales Kriterium beim Kreditvergleich und sollte zur finanziellen Situation der Kreditnehmenden passen. Bei einem Annuitätendarlehen bleibt die Monatsrate konstant.
Eine Null-Prozent-Finanzierung wird vom Händler zinslos angeboten, meist beim Kauf von Elektrogeräten, Möbeln oder Fahrzeugen. Die Zinskosten übernimmt in der Regel der Händler oder sie sind im Kaufpreis einkalkuliert. Auch Null-Prozent-Finanzierungen werden bei der Schufa gemeldet.
Ein Nachrangdarlehen ist ein Kredit, dessen Ansprüche im Insolvenzfall hinter denen anderer Gläubiger zurückstehen. Wegen des höheren Risikos ist es teurer als erstrangige Darlehen. Es wird oft als Ergänzung zur Hauptfinanzierung eingesetzt.
Der Nettokreditbetrag ist der reine Darlehensbetrag, den Kreditnehmende ausgezahlt bekommen – ohne Zinsen, Gebühren oder Versicherungen. Er ist die Ausgangsgröße für die Berechnung der monatlichen Rate.
Nominalzins ist der ältere Begriff für den Sollzins. Er beschreibt den reinen Zinssatz eines Kredits ohne Nebenkosten. Seit der Verbraucherkreditrichtlinie 2010 wird der Begriff Sollzins verwendet.
Bei Immobilienkäufen und Grundschuldbestellungen ist die Beteiligung eines Notars gesetzlich vorgeschrieben. Er beurkundet den Kaufvertrag, trägt die Grundschuld ins Grundbuch ein und stellt die rechtliche Absicherung für Käufer/innen und Bank sicher. Die Notarkosten gehören zu den Kaufnebenkosten und betragen ca. 1–1,5 % des Kaufpreises.
Ein P2P-Kredit (Peer-to-Peer) wird direkt zwischen Privatpersonen vergeben – meist vermittelt über Online-Plattformen, ohne Beteiligung einer klassischen Bank. Für Kreditnehmende mit schwächerer Bonität kann er eine Alternative sein, oft aber zu höheren Zinsen.
Die Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz) ist ein gesetzliches Verfahren, das überschuldeten Privatpersonen ermöglicht, nach einer Wohlverhaltensphase schuldenfrei zu werden. Seit 2021 ist die Dauer auf drei Jahre verkürzt. Am Ende steht die Restschuldbefreiung, die einen wirtschaftlichen Neustart ermöglicht.
Ein Privatkredit ist ein Darlehen, das eine Privatperson von einer Bank aufnimmt – typischerweise für Konsumzwecke wie Möbelkauf, Urlaub oder die Ablösung anderer Schulden. Im Gegensatz zum Baukredit ist er nicht zweckgebunden und wird meist ohne Sicherheiten vergeben. Der Begriff wird oft synonym mit Ratenkredit verwendet.
Prolongation bezeichnet die Verlängerung eines Darlehens bei der bisherigen Bank nach Ablauf der Zinsbindungsfrist. Die Bank unterbreitet dazu ein neues Zinsangebot. Eine Umschuldung ist oft günstiger als eine Prolongation.
Die Pfändungsfreigrenze schützt Schuldner davor, dass ihr gesamtes Einkommen gepfändet wird. Ein Grundbetrag des Einkommens ist unpfändbar und sichert das Existenzminimum. Die genauen Beträge werden regelmäßig angepasst und hängen von der Anzahl der Unterhaltspflichten ab.
Ein Rahmenkredit (auch Abrufkredit) ist ein bewilligter Kreditrahmen, den Kreditnehmende flexibel ganz oder teilweise abrufen können. Zinsen fallen nur auf den tatsächlich genutzten Betrag an. Er ist günstiger als der Dispokredit und ideal für unregelmäßige Ausgaben.
Beim Ratenkredit zahlen Kreditnehmende monatlich eine gleichbleibende Rate, die Zins und Tilgung enthält. Dieser Kredittyp ist die häufigste Form des Verbraucherkredits und eignet sich für Anschaffungen wie Möbel, Elektrogeräte oder Urlaub.
Eine Ratenpause (auch Tilgungsaussetzung) ist eine vertraglich vereinbarte oder nachträglich beantragte, vorübergehende Unterbrechung der Kreditrückzahlung. Während der Pause fallen trotzdem Zinsen an, die später nachgezahlt werden müssen. Eine Ratenpause kann bei finanziellen Engpässen helfen, erhöht aber Laufzeit und Gesamtkosten.
Die Restschuld ist der Betrag, den Kreditnehmende zu einem bestimmten Zeitpunkt noch schulden. Bei der Anschlussfinanzierung ist die Restschuld nach Ende der Zinsbindungsfrist entscheidend für die neuen Konditionen.
Eine Restschuldversicherung (RSV) übernimmt die verbleibenden Kreditraten bei Todesfall, Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit. Sie kann sinnvoll sein, erhöht aber die Kreditkosten erheblich. Der effektive Jahreszins sollte immer inklusive RSV verglichen werden.
Ein Rating ist die systematische Bewertung der Kreditwürdigkeit von Schuldnern durch eine Bank oder Ratingagentur. Bei Privatpersonen fließen Faktoren wie Einkommen, bestehende Verbindlichkeiten und Zahlungshistorie ein. Das interne Bankrating bestimmt maßgeblich, ob und zu welchem Zinssatz ein Kredit vergeben wird.
Die Restschuldbefreiung ist das Ziel eines privaten Insolvenzverfahrens: Nach 3 Jahren werden die verbliebenen Schulden erlassen, wenn Schuldner/innen kooperativ waren. Sie gibt Überschuldeten einen wirtschaftlichen Neustart, hinterlässt aber langfristige Schufa-Einträge.
Banken berechnen für Kreditnehmenden mit schlechterer Bonität einen Risikoaufschlag auf den Basiszins. Je schlechter die Kreditwürdigkeit, desto höher der Aufschlag – und damit der zu zahlende Zinssatz.
Die Schuldnerberatung hilft überschuldeten Personen, ihre finanzielle Situation zu analysieren und einen Weg aus den Schulden zu finden. Sie wird von gemeinnützigen Organisationen, Kommunen und Verbraucherzentralen angeboten – oft kostenlos. Außerdem ist sie Voraussetzung für ein Privatinsolvenzverfahren.
Ein "Schweizer Kredit" ist ein Ratenkredit, der vor allem von Schweizer Banken vergeben wird und offiziell ohne Schufa-Abfrage auskommt. Das klingt attraktiv für Menschen mit negativer Bonität, geht aber mit höheren Zinsen und strengen Einkommensnachweisen einher. Seriöse Angebote sind selten – Vorsicht vor Vorauszahlungsbetrug.
Bei der Sicherungsübereignung übertragen Kreditnehmende das Eigentum an einem Gegenstand (z. B. Auto) auf die Bank, bleiben aber im Besitz der Sache. Zahlen sie den Kredit nicht zurück, darf die Bank den Gegenstand verkaufen.
Ein Sofortkredit wird vollständig digital beantragt und dank Online-Identifikation sowie automatisierter Bonitätsprüfung oft innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen ausgezahlt. Er ist eine Variante des Ratenkredits – der Zinssatz sollte trotz der Schnelligkeit verglichen werden.
Der Sollzins ist der Zinssatz, den die Bank für die reine Kreditüberlassung berechnet. Er enthält keine weiteren Gebühren. Für den echten Kostenvergleich ist immer der effektive Jahreszins heranzuziehen.
Eine Sondertilgung ist eine außerplanmäßige Zahlung, mit der Kreditnehmende die Restschuld schneller reduzieren. Viele Banken erlauben kostenlose Sondertilgungen von bis zu 5–10 % der Darlehenssumme pro Jahr. Sie sparen Zinsen und verkürzen die Laufzeit.
Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist Deutschlands bekannteste Auskunftei. Sie speichert Daten über das Zahlungsverhalten von Verbrauchern und gibt Banken und anderen Unternehmen auf Anfrage eine Bonitätseinschätzung. Jeder hat das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft pro Jahr.
Der Schufa-Score ist ein Punktwert zwischen 100 und 999, der die Wahrscheinlichkeit angibt, dass eine Person ihre Schulden pünktlich begleicht. Je höher der Score, desto besser die Bonität. Ein Score über 775 gilt laut Schufa als sehr gut.
Ein Studienkredit finanziert das Studium durch monatliche Auszahlungen, die erst nach dem Abschluss zurückgezahlt werden. Bekannteste Anbieter sind die KfW und das Bildungsfonds-Modell. Studienkredite sind nicht zu verwechseln mit BAföG, das teilweise als Zuschuss gewährt wird und keine klassische Kreditstruktur hat.
Die Schuldenquote (auch Debt-to-Income-Ratio) beschreibt das Verhältnis der monatlichen Kreditverpflichtungen zum Nettoeinkommen. Banken nutzen sie als internen Grenzwert – üblicherweise sollte die Schuldenquote 35–40 % nicht überschreiten.
Bei einer Stundung gewährt die Bank Kreditnehmenden einen vorübergehende Ratenpause für fällige Zahlungen – z. B. bei Jobverlust oder einer finanziellen Notlage. Die Schulden werden nicht erlassen, sondern nur zeitlich verschoben. Eine Stundung muss aktiv mit der Bank vereinbart werden.
Tilgung ist die Rückzahlung des geliehenen Kreditbetrags. Jede Monatsrate besteht aus einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil. Mit jeder Rate sinkt die Restschuld, wodurch der Zinsanteil sinkt und der Tilgungsanteil steigt.
Ein Tilgungsplan zeigt für jede Rate den genauen Zins- und Tilgungsanteil sowie die verbleibende Restschuld. Er bildet gesamten Kreditverlauf ab und hilft bei der Planung von Sondertilgungen.
Die anfängliche Tilgungsrate legt fest, wie viel Prozent der Darlehenssumme im ersten Jahr getilgt wird. Üblich sind 1–3 %. Eine höhere anfängliche Tilgung verkürzt die Laufzeit erheblich und spart langfristig Zinskosten.
Tilgungsfreijahre sind eine Phase zu Beginn eines Darlehens, in der nur Zinsen, aber keine Tilgung gezahlt wird. Das reduziert die Anfangsbelastung, verlängert aber die Gesamtlaufzeit und erhöht die Gesamtkosten. Sie werden häufig bei Bau- oder Investitionskrediten vereinbart.
Bei einer Umschuldung lösen Kreditnehmende einen bestehenden Kredit durch einen neuen, günstigeren Kredit ab. Ziel ist meist eine Zinseinsparung oder die Zusammenführung mehrerer Kredite. Vor der Umschuldung sollte die eventuelle Vorfälligkeitsentschädigung einkalkuliert werden.
Überschuldung liegt vor, wenn die monatlichen Verbindlichkeiten dauerhaft das verfügbare Einkommen übersteigen und keine Besserung absehbar ist. In Deutschland sind Millionen Haushalte betroffen. Erste Anlaufstelle ist die Schuldnerberatung; im Extremfall kann ein Privatinsolvenzverfahren eingeleitet werden.
Überziehungszinsen sind die Zinsen, die für die Nutzung des Dispokredits berechnet werden. Sie liegen oft zwischen 10 und 14 % p. a. und sind damit erheblich teurer als ein normaler Ratenkredit. Wer den Dispo regelmäßig nutzt, sollte ihn umschulden.
Wenn ein Kredit vorzeitig zurückgezahlt wird, kann die Bank je nach Vertragsgestaltung eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Sie dient als Ausgleich für entgangene Zinsen. Die Höhe hängt von Restlaufzeit, Zinssatz und Restschuld ab. Sie kann mehrere tausend Euro betragen.
Der Verkehrswert (auch Marktwert) ist der voraussichtliche Verkaufspreis einer Immobilie. Er wird von Gutachtern ermittelt und dient als Referenz für weitere Berechnungen der Bank. Der tatsächliche Kaufpreis kann deutlich über oder unter diesem Schätzwert liegen.
Bei einem variablen Darlehen passt sich der Zinssatz regelmäßig an den Marktzins (EURIBOR) an. Es kann zwar jederzeit gekündigt werden, geht aber mit dem Risiko steigender Zinsen einher. Geeignet, wenn kurzfristig mit fallenden Zinsen gerechnet wird.
Ein Verbraucherkredit (auch Konsumentenkredit) ist ein Kredit, den eine Privatperson für private Zwecke aufnimmt. Das Verbraucherkreditgesetz schützt Kreditnehmende durch Informationspflichten der Bank und ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen.
Verzugszinsen fallen an, wenn eine Kreditrate nicht fristgerecht bezahlt wird. Der gesetzliche Verzugszinssatz liegt 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Bei Verbraucherverträgen ist der Verzugszinssatz gesetzlich begrenzt, um übermäßige Belastungen zu verhindern.
Beim Volltilger-Darlehen wird der gesamte Kredit innerhalb der Zinsbindungsfrist vollständig zurückgezahlt – es gibt keine Restschuld am Ende. Das bietet maximale Planungssicherheit, da keine Anschlussfinanzierung notwendig ist. Dafür ist die monatliche Rate meist höher als bei klassischen Annuitätendarlehen.
Wohnriester ermöglicht die staatlich geförderte Verwendung von Riester-Guthaben für die Immobilienfinanzierung. Das angesparte Kapital kann zur Tilgung des Darlehens eingesetzt werden. Im Ruhestand ist der sogenannte Wohnförderkonto-Betrag zu versteuern.
Im Rahmen eines Wertgutachtens (Immobilienbewertung) ermitteln unabhängige Sachverständige den Verkehrswert einer Immobilie. Banken beauftragen es standardmäßig bei der Baufinanzierung, um den Beleihungswert festzustellen. Es bildet die Grundlage für die Berechnung der maximalen Kredithöhe.
Nach Abschluss eines Kreditvertrags haben Verbraucher/innen ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen. Der Widerruf muss schriftlich erfolgen und bedarf keiner Begründung. Nach dem Widerruf sind bereits ausgezahlte Beträge zurückzuzahlen.
Zinsen sind der Preis, den Kreditnehmende für das geliehene Geld an die Bank zahlen – ausgedrückt als prozentualer Aufschlag auf den Kreditbetrag. Sie vergüten der Bank das Risiko und den Verzicht auf die sofortige Verfügbarkeit des Kapitals. Die Höhe der Zinsen hängt von Faktoren wie Bonität, Laufzeit und allgemeinem Zinsniveau ab.
Der Zinssatz gibt an, wie viel Prozent des geliehenen Betrags pro Jahr als Zins anfallen. Man unterscheidet zwischen dem Sollzins, der nur die reinen Zinskosten ausdrückt, und dem effektiven Jahreszins, der alle weiteren Kosten einschließt. Für einen echten Kreditvergleich ist immer der effektive Jahreszins entscheidend.
Die Zinsbindungsfrist legt fest, wie lange der Zinssatz bei einem Baudarlehen unveränderlich bleibt. Nach Ablauf muss der Kredit entweder vollständig zurückgezahlt oder zu neuen Konditionen weitergeführt werden (Anschlussfinanzierung). Typische Laufzeiten sind 5, 10, 15 oder 20 Jahre.
Eine Zwischenfinanzierung überbrückt den Zeitraum, bis eine langfristige Finanzierung oder ein Verkaufserlös verfügbar ist. Sie wird z. B. genutzt, wenn das neue Haus gekauft wird, bevor das alte verkauft ist. Die Zinsen sind meist höher als bei klassischen Baudarlehen, da die Laufzeit kurz ist.
Zahlungsverzug tritt auf, wenn eine fällige Rate nicht pünktlich bezahlt wird. Ab dem Verzug fallen Verzugszinsen an. Anhaltender Zahlungsverzug wird der Schufa gemeldet und beeinträchtigt die Bonität.
Zession bedeutet die Abtretung einer Forderung an eine andere Person oder Institution. Im Kreditbereich treten Kreditnehmende beispielsweise Versicherungsansprüche oder Mieteinnahmen als Sicherheit an die Bank ab.
Eine Zwangsversteigerung wird eingeleitet, wenn Kreditnehmende ihre Immobilienfinanzierung dauerhaft nicht mehr bedienen können. Das Gericht versteigert die Immobilie öffentlich, um offene Forderungen zu begleichen. Der Erlös kann unter dem Marktwert liegen – ein starkes Argument für frühzeitige Kommunikation mit der Bank. Unter bestimmten Umständen kann eine Zwangsversteigerung abgewendet werden.