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Haushaltsrechnung vor der Kreditvergabe: Wie viel Kredit kann ich mir leisten?

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Was ist eine Haushaltsrechnung?

Vor jeder Kreditvergabe prüft die Bank Ihre finanziellen Möglichkeiten. Zentral ist dabei eine Haushaltsrechnung, bei der alle regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden. Mit ihr wird der Haushaltsüberschuss bzw. das frei verfügbare Einkommen ermittelt.

Eine Haushaltsrechnung zeigt, wie viel Geld am Monatsende übrig bleibt und wie hoch die Kreditrate maximal ausfallen darf.

Warum verlangen Banken eine Haushaltsrechnung?

Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, Ihre Kreditwürdigkeit und Ihre Zahlungsfähigkeit zu prüfen. Eine Bonitätsprüfung inklusive Haushaltsrechnung minimiert die Risiken für beide Seiten: Sie schützt die Bank vor Kreditausfällen und Kreditnehmende vor Überschuldung.

Durch die Gegenüberstellung der Ausgaben und Einnahmen stellt das Kreditinstitut sicher, dass Sie die vereinbarte monatliche Kreditrate dauerhaft und ohne Einschränkungen Ihres Lebensstandards bezahlen können.

Wie funktioniert eine Haushaltsrechnung?

Das Grundprinzip der Haushaltsrechnung ist einfach:

Einnahmen − Ausgaben = Haushaltsüberschuss

Die Bank kalkuliert hierbei jedoch eher konservativ. Zum einen wird nicht jedes Einkommen voll angerechnet. Zum anderen rechnen die Banken bei den Ausgaben häufig mit festen Pauschalwerten statt mit den tatsächlichen Ausgaben des Haushalts.

Ein Paar erstellt gemeinsam in der Küche eine Haushaltsrechnung und prüft Unterlagen.

Einnahmen in der Haushaltsrechnung: Was zählt und was nicht?

Banken berücksichtigen im Sinne einer langfristigen Planung vor allem nachhaltige und dauerhaft gesicherte Einnahmen. Schwankende oder unsichere Beträge werden häufig gekürzt oder gar nicht eingerechnet.

Ausgaben in der Haushaltsrechnung: Welche Kosten werden berücksichtigt und welche nicht?

Den Einnahmen werden alle regelmäßig anfallenden Fixkosten gegenübergestellt. So ergibt sich, wie viel Geld Sie zur Finanzierung Ihres Lebensstandards benötigen.

Pauschalen in der Haushaltsrechnung: Darum kommt die Bank zu einem anderen Ergebnis

Viele Antragstellende wundern sich, dass die Bank andere Ausgaben ansetzt als im Haushalt wirklich anfallen. Grund dafür sind die sogenannten Lebenshaltungspauschalen. Sie dienen als Risikopuffer und sollen sicherstellen, dass Kreditnehmende ihre Kreditrate auch bei unvorhergesehenen Ausgaben wie Nachzahlungen oder Reparaturen problemlos weiterzahlen können.

Selbst wenn Sie sparsam leben und Ihre tatsächlichen Ausgaben geringer ausfallen als in der Haushaltsrechnung der Bank, werden diese Mindestbeträge angesetzt.

Übersicht: Standard-Pauschalen der Banken

HaushaltsgrößeDurchschnittliche Lebenshaltungspauschale der Banken
Single (1 Person)ca. 600 € – 800 €
Paar (2 Personen)ca. 800 € – 1.050 €
Jedes Kindca. 200 € – 250 €
PKW-Pauschale (nicht bei jeder Bank)ca. 200 € – 250 €

Haushaltsrechnung in besonderen Lebenslagen

Nicht immer passt das Standardmuster. Je nach persönlicher Lebenssituation bewerten Banken Ihr Einkommen in der Haushaltsrechnung unterschiedlich.

  • Probezeit und befristete Anstellung: In der Probezeit lehnen viele Kreditinstitute Anträge ab, da das Beschäftigungsverhältnis noch unsicher ist. Befristete Verträge werden meist nur anerkannt, wenn die Kreditlaufzeit innerhalb der Befristung liegt.
  • Selbstständige und Freiberufler: Da ihr Einkommen schwankt, verlangen Banken meist die Steuerbescheide und BWA der letzten zwei bis drei Jahre. Als anzurechnendes Nettoeinkommen dient dann ein errechneter Monatsdurchschnitt.
  • Elternzeit und Mutterschutz: Das Elterngeld gilt zwar als Einnahme, ist aber zeitlich begrenzt. Banken setzen daher oft das spätere Gehalt an, verlangen dafür aber eine Bestätigung des Arbeitgebers über die Rückkehr.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So erstellen Sie Ihre Haushaltsrechnung

Ermitteln Sie vor der Antragstellung Ihren persönlichen Haushaltsüberschuss, um Ihre Finanzierung besser planen zu können. Das funktioniert in vier einfachen Schritten:

Beispielrechnung: Wie viel Kredit können Sie sich leisten?

Das folgende Beispiel zeigt die Haushaltsrechnung einer dreiköpfigen Familie mit einem Auto und einer Mietwohnung.

Einnahmen & AusgabenMonatsbetrag in Euro
Nettoeinkommen Person 12.800 €
Nettoeinkommen Person 2 (Teilzeit)1.100 €
Kindergeld (1 Kind)259 €
Summe Einnahmen4.159 €
Warmmiete1.200 €
Lebenshaltungspauschale (Familie)1.800 €
Auto-Pauschale250 €
Versicherungen & Abos200 €
Summe Ausgaben3.450 €
Haushaltsüberschuss709 €

In diesem Beispiel hat die Familie jeden Monat 709 Euro übrig. Das ist zumindest theoretisch die Höhe der maximalen Kreditrate.

So optimieren Sie Ihre Haushaltsrechnung

Je größer der Haushaltsüberschuss im Verhältnis zur angestrebten Kreditrate, desto wahrscheinlicher ist eine Kreditzusage. Eine optimierte Haushaltsrechnung erleichtert die Verhandlungen mit der Bank.

  • Sicherheitspuffer einplanen: Ihre langfristige finanzielle Sicherheit steht bei jeder Optimierung an erster Stelle. Planen Sie die Kreditrate daher niemals auf Kante. Nutzen Sie maximal 70 bis 80 Prozent Ihres errechneten Haushaltsüberschusses für die monatliche Rate. Die verbleibende Reserve schützt Sie vor finanziellen Engpässen bei unvorhergesehenen Ausgaben oder steigenden Lebenshaltungskosten.
  • Ungenutzte Altverträge kündigen: Überprüfen Sie Ihre laufenden Verträge vor der Kreditanfrage. Kündigen Sie nicht genutzte Abonnements, Fitnessstudio-Mitgliedschaften oder doppelte Versicherungen. Jede Reduzierung der festen monatlichen Ausgaben erhöht direkt Ihren Haushaltsüberschuss.
  • Bestehende Kleinkredite zusammenfassen: Mehrere kleine Ratenkredite oder eine dauerhafte Nutzung des Dispokredits verschlechtern das Ergebnis der Haushaltsrechnung. Eine Umschuldung fasst Verpflichtungen zusammen, senkt oft die Monatsrate und schafft Ordnung in Ihren Unterlagen.

Was tun, wenn der Haushaltsüberschuss zu gering ist?

Reicht das frei verfügbare Einkommen nicht aus, kann ein zweiter Kreditnehmender – etwa der/die Partner/in – helfen. Dadurch steigt das anzurechnende Gesamteinkommen, was die Chancen auf eine Kreditzusage deutlich erhöht.

Zudem lässt sich die monatliche Belastung durch eine längere Kreditlaufzeit reduzieren. Die Darlehenssumme wird auf mehr Monate verteilt, wodurch die vereinbarte Rate sinkt und wieder in den verfügbaren Rahmen passt.

Schließlich sollten Sie den gewünschten Kreditbetrag hinterfragen. Überdenken Sie die geplanten Ausgaben oder suchen Sie nach günstigeren Alternativen, um die benötigte Kreditsumme zu reduzieren.

Prüft die Bank die Haushaltsrechnung?

Kreditinstitute verlassen sich nicht allein auf Ihre Angaben, sondern überprüfen deren Richtigkeit. Standardmäßig verlangen sie dafür die Kontoauszüge der letzten Monate, um Einnahmen sowie Ausgaben exakt abzugleichen.

Immer häufiger nutzen Banken zudem den digitalen Kontoblick. Über diese sichere Schnittstelle analysiert eine Software Ihre monatlichen Umsätze automatisch, um den tatsächlichen Haushaltsüberschuss innerhalb weniger Sekunden präzise zu ermitteln.

Häufige Fehler bei der Haushaltsrechnung

Vermeiden Sie diese typischen Fallstricke, um Verzögerungen oder Ablehnungen bei der Kreditanfrage zu verhindern:

  • Einnahmen schönrechnen: Unregelmäßige Überstunden, Einmalzahlungen oder erhoffte Gehaltserhöhungen gehören nicht in die Grundrechnung.
  • Versteckte Ausgaben vergessen: Jährliche oder vierteljährliche Zahlungen (z. B. Kfz-Steuer oder Versicherungen) müssen auf Monatsbeträge umgerechnet werden.
  • Barzahlungen vernachlässigen: Wer viel Bargeld abhebt, vergisst häufig alltägliche Kleinausgaben. Notieren Sie auch solche Ausgaben im Haushaltsbuch.
  • Dispo-Muster ignorieren: Ein dauerhaft überzogenes Girokonto signalisiert der Bank, dass die laufenden Einnahmen bereits jetzt nicht ausreichen.

Vor- und Nachteile der Banken-Haushaltsrechnung

Die standardisierte Haushaltsrechnung der Kreditinstitute bietet Vor- und Nachteile für Kreditsuchende.

Vorteile

  • Schutz vor Überschuldung: Verhindert die Aufnahme zu hoher Kredite.
  • Kritische Analyse: Deckt Einsparpotenziale in den eigenen Finanzen auf.
  • Transparenz: Schafft klare Verhältnisse vor Vertragsschluss.

Nachteile

  • Strenge Pauschalen: Sparsame Haushalte werden oft benachteiligt.
  • Starre Vorgaben: Unregelmäßige Einnahmen werden oft ignoriert.
  • Aufwand: Erfordert das Zusammentragen einiger Dokumente.

Fazit

Die Haushaltsrechnung ist der wichtigste Baustein für eine sichere und transparente Finanzierung. Sie schützt vor finanzieller Überlastung und zeigt Ihnen genau, wie viel Kredit Sie sich leisten können.

Vorbereitung ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Wer die eigenen Einnahmen und Ausgaben realistisch aufstellt, überflüssige Verträge kündigt und Puffer einplant, geht mit guten Argumenten in das Kreditgespräch.

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