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Vor jeder Kreditvergabe prüft die Bank Ihre finanziellen Möglichkeiten. Zentral ist dabei eine Haushaltsrechnung, bei der alle regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden. Mit ihr wird der Haushaltsüberschuss bzw. das frei verfügbare Einkommen ermittelt.
Eine Haushaltsrechnung zeigt, wie viel Geld am Monatsende übrig bleibt und wie hoch die Kreditrate maximal ausfallen darf.
Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, Ihre Kreditwürdigkeit und Ihre Zahlungsfähigkeit zu prüfen. Eine Bonitätsprüfung inklusive Haushaltsrechnung minimiert die Risiken für beide Seiten: Sie schützt die Bank vor Kreditausfällen und Kreditnehmende vor Überschuldung.
Durch die Gegenüberstellung der Ausgaben und Einnahmen stellt das Kreditinstitut sicher, dass Sie die vereinbarte monatliche Kreditrate dauerhaft und ohne Einschränkungen Ihres Lebensstandards bezahlen können.
Das Grundprinzip der Haushaltsrechnung ist einfach:
Einnahmen − Ausgaben = Haushaltsüberschuss
Die Bank kalkuliert hierbei jedoch eher konservativ. Zum einen wird nicht jedes Einkommen voll angerechnet. Zum anderen rechnen die Banken bei den Ausgaben häufig mit festen Pauschalwerten statt mit den tatsächlichen Ausgaben des Haushalts.

Banken berücksichtigen im Sinne einer langfristigen Planung vor allem nachhaltige und dauerhaft gesicherte Einnahmen. Schwankende oder unsichere Beträge werden häufig gekürzt oder gar nicht eingerechnet.
Den Einnahmen werden alle regelmäßig anfallenden Fixkosten gegenübergestellt. So ergibt sich, wie viel Geld Sie zur Finanzierung Ihres Lebensstandards benötigen.
Viele Antragstellende wundern sich, dass die Bank andere Ausgaben ansetzt als im Haushalt wirklich anfallen. Grund dafür sind die sogenannten Lebenshaltungspauschalen. Sie dienen als Risikopuffer und sollen sicherstellen, dass Kreditnehmende ihre Kreditrate auch bei unvorhergesehenen Ausgaben wie Nachzahlungen oder Reparaturen problemlos weiterzahlen können.
Selbst wenn Sie sparsam leben und Ihre tatsächlichen Ausgaben geringer ausfallen als in der Haushaltsrechnung der Bank, werden diese Mindestbeträge angesetzt.
| Haushaltsgröße | Durchschnittliche Lebenshaltungspauschale der Banken |
|---|---|
| Single (1 Person) | ca. 600 € – 800 € |
| Paar (2 Personen) | ca. 800 € – 1.050 € |
| Jedes Kind | ca. 200 € – 250 € |
| PKW-Pauschale (nicht bei jeder Bank) | ca. 200 € – 250 € |
Nicht immer passt das Standardmuster. Je nach persönlicher Lebenssituation bewerten Banken Ihr Einkommen in der Haushaltsrechnung unterschiedlich.
Ermitteln Sie vor der Antragstellung Ihren persönlichen Haushaltsüberschuss, um Ihre Finanzierung besser planen zu können. Das funktioniert in vier einfachen Schritten:
Das folgende Beispiel zeigt die Haushaltsrechnung einer dreiköpfigen Familie mit einem Auto und einer Mietwohnung.
| Einnahmen & Ausgaben | Monatsbetrag in Euro |
|---|---|
| Nettoeinkommen Person 1 | 2.800 € |
| Nettoeinkommen Person 2 (Teilzeit) | 1.100 € |
| Kindergeld (1 Kind) | 259 € |
| Summe Einnahmen | 4.159 € |
| Warmmiete | 1.200 € |
| Lebenshaltungspauschale (Familie) | 1.800 € |
| Auto-Pauschale | 250 € |
| Versicherungen & Abos | 200 € |
| Summe Ausgaben | 3.450 € |
| Haushaltsüberschuss | 709 € |
In diesem Beispiel hat die Familie jeden Monat 709 Euro übrig. Das ist zumindest theoretisch die Höhe der maximalen Kreditrate.
Je größer der Haushaltsüberschuss im Verhältnis zur angestrebten Kreditrate, desto wahrscheinlicher ist eine Kreditzusage. Eine optimierte Haushaltsrechnung erleichtert die Verhandlungen mit der Bank.
Reicht das frei verfügbare Einkommen nicht aus, kann ein zweiter Kreditnehmender – etwa der/die Partner/in – helfen. Dadurch steigt das anzurechnende Gesamteinkommen, was die Chancen auf eine Kreditzusage deutlich erhöht.
Zudem lässt sich die monatliche Belastung durch eine längere Kreditlaufzeit reduzieren. Die Darlehenssumme wird auf mehr Monate verteilt, wodurch die vereinbarte Rate sinkt und wieder in den verfügbaren Rahmen passt.
Schließlich sollten Sie den gewünschten Kreditbetrag hinterfragen. Überdenken Sie die geplanten Ausgaben oder suchen Sie nach günstigeren Alternativen, um die benötigte Kreditsumme zu reduzieren.
Kreditinstitute verlassen sich nicht allein auf Ihre Angaben, sondern überprüfen deren Richtigkeit. Standardmäßig verlangen sie dafür die Kontoauszüge der letzten Monate, um Einnahmen sowie Ausgaben exakt abzugleichen.
Immer häufiger nutzen Banken zudem den digitalen Kontoblick. Über diese sichere Schnittstelle analysiert eine Software Ihre monatlichen Umsätze automatisch, um den tatsächlichen Haushaltsüberschuss innerhalb weniger Sekunden präzise zu ermitteln.
Vermeiden Sie diese typischen Fallstricke, um Verzögerungen oder Ablehnungen bei der Kreditanfrage zu verhindern:
Die standardisierte Haushaltsrechnung der Kreditinstitute bietet Vor- und Nachteile für Kreditsuchende.
Vorteile
Nachteile
Die Haushaltsrechnung ist der wichtigste Baustein für eine sichere und transparente Finanzierung. Sie schützt vor finanzieller Überlastung und zeigt Ihnen genau, wie viel Kredit Sie sich leisten können.
Vorbereitung ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Wer die eigenen Einnahmen und Ausgaben realistisch aufstellt, überflüssige Verträge kündigt und Puffer einplant, geht mit guten Argumenten in das Kreditgespräch.