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Schuldscheindarlehen

Der Mittelstand in Deutschland hat einige Möglichkeiten, an Geld für Investitionen zu kommen. Allerdings kommen, je nach Größe und Geldbedarf des Unternehmens, einige davon nicht in Frage. Die Ausgabe einer Unternehmensanleihe erfordert beispielsweise ein gewisses Volumen, um damit die Fixkosten ebenfalls decken zu können. Der Veröffentlichungs- und Dokumentierungsaufwand ist enorm. Auch ein syndizierter Kredit, der durch ein Konsortium finanziert wird, ist in der Regel ziemlich hoch und kommt für kleinere Unternehmen nicht in Frage.

Produkt zwischen Bankkredit und Anleihe

Das Schuldscheindarlehen deckt genau die Lücke ab zwischen einem normalen Bankkredit und einer Anleiheemission. Die Höhe liegt meist zwischen 50 und 200 Millionen. Es wird vergeben von institutionellen Anlegern (Kapitalsammelstellen), wie Sparkassen, Versicherungen oder auch großen Stiftungen. Besonders für Unternehmen, die kein offizielles Rating haben oder wünschen kommt es in Frage. Allerdings bestehen dennoch hohe Anforderungen an die Bonität, da gerade die Anleger für diese Art von Kredit bestimmte Mindestanforderungen einhalten müssen.

Der Schuldschein ist jedoch kein Wertpapier und kann daher nicht an der Börse gehandelt werden. Seit Sommer 2017 hat jedoch die Börse AG eine außerbörsliche Plattform zur Verfügung gestellt, auf der Angebot und Nachfrage koordiniert werden können. Ein weiterer Vorteil: Da es sich nicht um ein Wertpapier handelt, müssen keine Prospekte erstellt werden.

Auch wenn es der Name nicht vermuten lässt: Für ein Schuldscheindarlehen muss nicht zwingend ein Schuldschein ausgestellt werden. Auch ein Darlehensvertrag darf dafür genutzt werden. Häufig wird ein Kreditinstitut für die Abwicklung genommen, ein Kreditvertrag wird erstellt und dann mittels Forderungsabtretung an die Kapitalgeber verteilt.

Sowohl Kreditgeber als auch –nehmer haben kein Interesse an einer regelmäßigen Rückzahlung, so dass die meisten Schuldscheindarlehen (SSD) als endfällige Darlehen vergeben werden. Die Laufzeit kann mittel- bis langfristig sein. Da es sich eben NICHT um eine Schuldverschreibung handelt, gilt ein ordentliches Kündigungsrecht für den Emittenten nach 10 Jahren. Wird eine variable Verzinsung vereinbart, gilt wie bei privaten Darlehen auch, eine Kündigungsfrist von drei Monaten.

Die hohe Flexibilität und die geringen Anforderungen machen das Schuldscheindarlehen zu einer schlanken Alternative für viele Darlehensnehmer.

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