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Rendite

Unter dem Begriff der Rendite versteht man den Wertzuwachs einer Geldanlage. Meist wird die Angabe in Prozent des Anlagebetrages auf ein Jahr bezogen. Ganz einfach zu erklären ist dies anhand eines einfachen Sparkontos.

Legt man 1.000,- Euro zu einem Zins von 3% an und hat keinerlei Kosten für das Konto, beträgt die Rendite 3% p. a.

Etwas schwieriger wird es schon, wenn man eine Kontoführungsgebühr von 10,- Euro pro Jahr hat. Diese 10,- Euro bezogen auf den Anlagebetrag von 1.000,- Euro sind 1%. Die Rendite schmälert sich also auf 2%, obwohl nominal 3% Zinsen erwirtschaftet werden. Die Rendite bezeichnet also den tatsächlichen Gewinn.

Außerdem muss die Zinsperiode und die Anlagedauer berücksichtigt werden. Wenn ein mal pro Jahr Zinsen gutgeschrieben werden und die Anlage auf 10 Jahre ausgelegt ist, bekäme man innerhalb der zehn Jahre eine gesamte Zinsgutschrift von 343,92 Euro. Davon abzuziehen sind 100,- Euro für die Kontoführung der zehn Jahre. 242,92 Euro bleiben übrig. Diese auf zehn Jahre aufgeteilt sind 24,29 Euro pro Jahr, also entsprechend 2,43% Rendite (gerundet) p. a.

Viel schwieriger bei komplizierteren Anlageprodukten

Ein Vielfaches schwerer ist es, die Rendite bei komplizierteren Anlagen zu berechnen. Nehmen wir als einfaches Beispiel eine Anleihe. Der Kaufkurs ist 101,20. Am Ende der Laufzeit erhält der Käufer aber nur 100% zurück. Er zahlt also mehr als er zurückerhält. Dafür gibt es aber eine jährliche Zinszahlung von 5%, die ausgezahlt wird. Zinseszins gibt es also nicht. Daneben muss jedoch für die Anleihe auch noch ein Depot geführt werden für das Kosten anfallen. Der Kurs der Anleihe schwankt zusätzlich, so dass eine Eventualrendite ständig mitschwankt. Geht der Kurs auf 120, so müsste man sich überlegen, ob man mehr bekommt, wenn man die Anlage hält, oder wenn man sie verkauft.

Bei Aktien ist die Frage, was die Anlagegründe sind. Eine dauerhafte Anlage in sichere Unternehmen um für die Rente zu sparen, oder soll spekuliert werden? Solange die Papiere gehalten werden, gibt es nur Rendite, wenn auch Dividenden ausgeschüttet werden. Dies ist die sogenannte Dividendenrendite. Denn der Wert des Depots schwankt je nach Tageskursen und es kann jederzeit den Wert verdoppeln oder wertlos werden. Erst realisierte Gewinne können auch in eine Rendite eingerechnet werden.

Selbst das obige Beispiel ist rein hypothetisch. Wenn die Bank nämlich die Kontoführungsgebühr verdoppelt, bleibt von der Rendite nicht mehr viel übrig. Gleiches gilt für Wertpapierdepots, weshalb bei einen festen Gebührenbetrag immer auch die Anlagesumme eine große Rolle spielt. Legen wir 10.000,- Euro an, machen die 10,- Euro nur noch 0,1% aus und fallen gar nicht mehr ins Gewicht.

Immobilienrendite

Immer wieder versprechen Anzeigen in Zeitungen und Internet eine Mietrendite von 15%. In Niedrigzinsphasen klingt das doch sehr akzeptabel. Das Problem ist aber häufig die Berechnung. Denn gegen die Mieteinnahmen werden häufig nur die Kaufpreise der Immobilien gerechnet. Um eine echte Rendite zu erhalten, müsste man die Eigenkapitalrendite berechnen. Hier müssen alle Kosten eingerechnet werden, inklusive Instandhaltungs- und Modernisierungskosten. Da reicht es eben leider nicht, 100,- Euro im Monat zurückzulegen, denn wer einmal alle Fenster eines Hauses erneuert hat, weiß, dass man damit nicht weit kommt.

So sollten Sie damit rechnen, dass alle 10 Jahre die Fassade gestrichen werden sollte, alle 30 Jahre sind Fenster und Haustür erneuerungsbedürftig, Fassade und Kellerdecke dämmen kann auch alle 40 Jahre nötig sein. Dazu kommt alle 15 Jahre eine neue Heizungsanlage und alle 30-40 Jahre eine neue Elektrik. Dachdämmung und die neue Eindeckung nicht zu vergessen. Nicht eingerechnet ist außerdem die mögliche Veränderung die die Zukunft mit sich bringt. Noch haben sich die zentral zu steuernden Immobilien nicht durchgesetzt, jedoch gibt es einen deutlichen Trend zu Smart-Häusern, die über Handy bereits vor dem Betreten des Heims nach der Arbeit die Fenster schließen und die Heizung wohlige Wärme verbreiten lassen. Sollte sich das durchsetzen, ist sicherlich eine Nachrüstung irgendwann unumgänglich, will man weiterhin gute Mieten kassieren.

Besonders zu berücksichtigen ist bei einer teilweisen Fremdfinanzierung das Risiko der Anschlussfinanzierung. Steigt nämlich der Zinssatz nach der Zinsbindung um 5% knabbert dies an der Rendite oder lässt sie ganz schwinden.

Dazu kommt, dass die vermeintlich sichere Anlage ein Klumpenrisiko birgt, wenn es sich um die einzige Anlage handelt. So hat die ein oder andere Überschwemmung bereits einen Totalverlust verursacht oder zumindest ein großes Minus in die Kasse gerissen. Es sollte immer eine gewisse Diversifizierung (Streuung) aller Anlagen erfolgen, und zwar nicht nur innerhalb der Anlageklasse (also in weitere Immobilien), sondern besonders über die Anlageklassen hinweg. Auch die Liquidität der Anlage sollte in Entscheidungen einbezogen werden. Schließlich dauert es eine Weile, bis man eine Immobilie gewinnbringend verkaufen kann.

Die Bedeutung der Rendite für Unternehmen

Bei Unternehmen wird die Rentabilität anhand von Kennzahlen messbar. Besonders hervorzuheben ist hier ebenfalls die Eigenkapitalrentabilität. Denn die sagt aus, wie sehr sich das Eigenkapital durch die Gewinne verzinst. Die Berechnung ist noch einmal komplizierter, da viele Faktoren und unterschiedliche Kosten hineinspielen. Außerdem ist die Berechnung „manipulierbar“, denn ist die Eigenkapitalquote gering, steigt die Rentabilität automatisch. Allerdings steigt damit ebenfalls das Risiko.

Inflation und Rendite

Selbst wenn man 2% Rendite pro Jahre erwirtschaften kann, kann das ein realistisches Minus in der Kasse bedeuten. Nämlich dann, wenn wir die Steuern und die Inflation einbeziehen. Auf die meisten Anlagen in Deutschland wird die Kapitalertragsteuer fällig. Der Einfachheit halber rechnen wir damit. Sie beträgt 25% zzgl. Soli. Also insgesamt 26,38% wenn keine Kirchensteuer anfällt. Ziehen wir die schon einmal von unseren 2% ab, landen wir bei einer Rendite von guten 1,47%.

Jetzt müssen wir noch die Inflation einbeziehen. Hierbei handelt es sich um den Verlust der Kaufkraft. Kurz: Wenn ich mir jetzt für 100,- Euro 100 Äpfel kaufen kann, bekomme ich bei einer Inflation von 2% nach einem Jahr für den gleichen 100,- Euro-Schein nur noch 98 Äpfel.

Die EZB hätte gern einen Wert von knapp unter 2% Inflation um die Wirtschaft stabil zu halten. Im August 2017 lag die Inflationsrate bei ca. 1,8%. Wir hätten also bei unserer prima Geldanlage mit 2 % netto gar keine Rendite mehr, sondern einen realen Verlust von 0,33%.

Um also wirklich Gewinn zu machen, müsste man eine höhere Rendite erwirtschaften, und das, obwohl wir mit 2% bereits über der Inflation lagen. Wenn wir jetzt noch die sicheren Anlagen miteinander vergleichen, stellen wir fest, dass es fast nicht einmal möglich ist, die Kaufkraft des gesparten Geldes zu erhalten. Bei einer Inflation von 1,8% jährlich würden meine 100 Äpfel in 50 Jahren schon 244,- Euro kosten. Steuern habe ich hier nicht berücksichtigt, da wir den jährlichen Freibetrag ausnutzen. Nehmen wir einen realistischen Zins von 0,1% auf einem Sparkonto, hätten wir in 50 Jahren genau 105,04 Euro auf dem Konto…traurig, was?

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