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Eurokredit

Wenn jemand von einem Eurokredit spricht, kann damit einfach gemeint sein, dass es um ein Darlehen geht, das in Euro ausgegeben wurde. Der Gegensatz dazu wäre ein Fremdwährungskredit.

Der Begriff beschreibt aber zudem noch ein ganz spezielles Darlehen und wenn in Fachkreisen von einem Eurokredit gesprochen wird, ist eigentlich immer der Eurogeldmarktkredit gemeint. Der Zusatz „Euro“ entstammt der Tatsache, dass es um Kredite im Euroraum geht. Die Kreditaufnahme kann jedoch auch in Fremdwährungen erfolgen wie Dollar, Yen, etc.

Finanzierung von sehr großen Summen

Es gibt Kredite, die eine Bank allein nicht finanzieren kann. Wenn die Kreditsumme eine bestimmte Höhe überschreitet, darf eine Bank allein diesen Kredit nicht allein herausgeben. Zum einen liegt das an dem hohen Klumpenrisiko, denn wenn ein solcher Kredit nicht zurückgezahlt wird, wäre die Bank kaum noch zu retten, zum anderen müssen Banken die Kredite selbst mit Sicherheiten in Form von Eigenkapital unterlegen. Dies ist ab einer gewissen Höhe kaum noch zu schaffen.

Eine Möglichkeit für solche Unternehmen oder Konzerne, die nötigen finanziellen Mittel zu bekommen ist der Eurokredit. Mehrere Banken, Versicherungen, Firmen oder andere Institutionen bilden einen Finanzierungspool aus dem dann der Kredit gewährt wird. Da die Vergabe nur an große Konzerne erfolgt, entfällt auch die klassische Kreditprüfung. Diese Unternehmen sind im Allgemeinen bereits über eine klassische Ratingagentur eingestuft. Sogar Staaten kommen für die Kreditaufnahme in Frage.

Einsatzzwecke

Da es um sehr große Summen geht, geht es bei dem Kreditzweck meist um große Investitionen, beispielsweise in Sachanlagen, aber auch Forschungsprojekte oder Werbekampagnen können mit einem Eurokredit finanziert werden. Die Möglichkeiten sind hier unbegrenzt.

Ausgestaltung

Die Konditionen des Eurokredits können sehr individuell festgelegt werden. In der Regel geht es um kurze Laufzeiten bis 12 Monate, aber grundsätzlich sind auch Laufzeiten bis 15 Jahren möglich. Die verschiedenen Geldgeber nehmen Geld am europäischen Kapitalmarkt auf (Luxemburg und London sind die Haupthandelsplätze) und geben es gebündelt als Eurokredit weiter. Die Zinssätze sind hier eher gering, sie richten sich nach dem LIBOR (Geldmarktsatz der jew. Währung auf der Basis der London Inter Bank Offered Rate) oder einem anderen Referenzzinssatz am Geldmarkt, zuzüglich einer kleinen Gewinnmarge. Somit sind sie meist günstiger als vergleichbare inländische Kredite. Der Gewinn für den Anleger soll hier durch die günstige Refinanzierung erwirtschaftet werden. Da ein solcher Kredit nicht dem Kreditwesengesetz unterliegt, entfallen die Kosten für die Eigenkapitalunterlegung, die hier nicht nötig ist. Es ist möglich, dass ein fester, aber auch, besonders bei längeren Laufzeiten, dass ein flexibler Zins vereinbart wird, der alle 3, 6, 9 oder 12 Monate neu festgelegt wird (sogenannter Roll-Over-Kredit) Die Vertragsgestaltung kann hier völlig frei stattfinden.

Sogar die Bereitstellung der Mittel kann unterschiedlich sein. So kann es um einen festen Betrag mit einer festen Rückzahlung gehen, oder um eine immer wieder ausnutzbare Kreditlinie. Aber es kann sich auch einfach um eine Finanzierungszusage handeln, wenn Höhe und Datum noch nicht ganz fest stehen. Das könnte beispielsweise bei einer Übernahme oder Fusion der Fall sein, wo die Finanzierung bereits stehen muss, bevor ein Geschäft abgeschlossen werden kann (Stand-By-Kredite).

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