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Debitkarte

Das Wort „debere“ ist Latein und bedeutet „schulden“, es geht also um eine Karte, die belastet wird. Im Gegensatz zu einer Kreditkarte handelt es sich jedoch nicht um einen Kredit, sondern es wird immer direkt ein Girokonto angesprochen. Wenn Guthaben vom Konto für Ausgaben genutzt werden soll, kann die Debitkarte eingesetzt werden. So kann das Giralgeld genutzt werden.

Kosten für die Zahlung übernimmt der Händler

Händler, die ihren Kunden die Zahlung mit der Debitkarte ermöglichen möchten, müssen dafür eine Gebühr bezahlen. Es gibt zwei verschiedene Verfahren, die unterschiedlich berechnet werden. Häufig wird ein Mix aus beiden Systemen genutzt.

Zahlungsabläufe

Die Karte besitzt zwei Möglichkeiten für den Zugriff auf das Konto. Die erste Möglichkeit sind die gespeicherten Daten auf dem Magnetstreifen. Hier sind die wichtigsten Daten zum Konto und zur Karte gespeichert. Greift ein Lesegerät im Geschäft oder am Automaten nur auf den Magnetstreifen zu, wird nicht geprüft, ob das dazugehörige Girokonto gedeckt ist, ob also ausreichend Geld auf dem Konto vorhanden ist. Es wird nur geprüft, ob das Konto existiert und ob die Karte als gesperrt gemeldet wurde.

Zahlungen über den Magnetstreifen werden immer mit Unterschrift bestätigt. Damit erlaubt der Kartenzahler der Bank, im Falle einer Nichteinlösung, die Weitergabe der Kundendaten, damit die Zahlung anderweitig eingetrieben werden kann. Dieses Verfahren ist günstig und kostet nur wenige Cent pro Zahlungsvorgang. In der Regel wird aber das Geld erst nach einer gesonderten Abrechnung durch den Händler per Lastschrift eingezogen. Ist das Konto dann nicht gedeckt, kommt das Geld nicht beim Händler an. Außerdem kann ein Kunde einer Lastschrift immer noch widersprechen, dann muss wieder bei der Bank nach den Kundendaten gefragt und die Zahlung muss per Mahnverfahren erneut angefordert werden.

Das zweite Merkmal ist der eingebaute Chip auf der Karte. Dieser ermöglicht den direkten Zugriff auf das Konto des Kunden, daher muss dieser auch seine PIN eingeben um den Zugriff zu autorisieren. Zwar werden hier keine Guthabenbeträge abgefragt, jedoch gibt das Kreditinstitut Auskunft darüber, ob das Konto gedeckt ist. Ist dies der Fall, bekommt der Händler quasi eine Zahlungsgarantie. Ist nicht ausreichend Geld auf dem Konto, wird die Zahlung direkt abgelehnt.

Einen Widerspruch gegen die Abbuchung gibt es nicht, der Betrag kann vom Kunden also nicht zurückgebucht werden. Dieses Zahlungsverfahren ist für Händler teurer, dafür aber sicherer.

Der richtige Mix

Die meisten Händler setzen hier auf einen Mix aus beiden Systemen. Bei manchen werden alle Zahlungen über 100,- Euro per Chip abgewickelt um so zumindest größere Zahlungsausfälle zu vermeiden.

Andere handeln hier nach Zufallsprinzip, das ist sicher jedem schon passiert, dass man im Supermarkt plötzlich unterschreiben soll, statt seine PIN einzugeben.

Die PIN geheim halten

Da die PIN den direkten Zugriff und die richtige Autorisierung ermöglicht, muss die PIN unbedingt geheim gehalten werden. Hat jemand die Karte verloren, könnte jemand ohne die PIN zwar im Geschäft mit Unterschrift zahlen, kann aber der Lastschrift widersprechen. Das Geschäft trägt das Risiko, vor allem, wenn die Unterschriften auf der Karte und auf dem Beleg nicht verglichen wurden.

Wird aber die PIN eingegeben, muss erst einmal der Kunde erklären, wie jemand anderes als der Kunde diese PIN kennen konnte.

Entwicklung von Debitkarten

Die ersten Karten, die in Europa im Zusammenhang mit Zahlungsvorgängen auf den Markt kamen, waren die Eurocheque-Karten. Zusammen mit einem papierhaften Euroscheck konnte sich ein Bankkunde identifizieren und so in anderen als in seiner Bank Geld von seinem Konto abrufen und ausgezahlt bekommen. Die Bank hat dann den Scheck bei der Kundenbank eingereicht um sich das Geld zurückzuholen.

Mit der Verbreitung von Geldautomaten wurde die Funktion der Eurocheque-Karte erweitert. So konnten Konten auch über einen Automaten direkt angesprochen werden. Die Karte war fortan unter dem Kürzel EC-Karte bekannt.

Da viele verschiedene Banken und verschiedene Länder die Zahlungsmöglichkeiten mittels einer Karte vorantrieben, gab es bald mehrere Standards, die sich nach und nach zu heute großen und bekannten Verbunden zusammenschlossen.

Inzwischen gibt es die Maestro-Karte, die Girocard, V-Pay, Cirrus und einige mehr. Da jedoch eine kartenausgebende Stelle ihren Kunden so viele Möglichkeiten wie möglich bieten will, Geld abzuheben, sind die meisten Karten mit einem Co-Branding ausgestattet, was dem Kunden erlaubt, verschiedene Systeme zu nutzen.

Nutzung am Automaten

Mit der Debitkarte ist es möglich, Bargeld an Geldautomaten abzuheben, die sich üblicherweise in einem Vorraum der Bank oder auch an der Außenwand befinden und rund um die Uhr genutzt werden können. Dazu führt der Kunde die Debitkarte in einen dafür vorgesehenen Schlitz im Geldautomaten ein und gibt auf dem Bildschirm des Geldautomaten seine PIN (Geheimnummer) ein, die er von seiner Bank erhalten hat.

Danach kann er direkt beim Geldautomaten einen Betrag abheben. Die Betragshöhe, die abgehoben werden kann, richtet sich hier immer nach der Kontodeckung. Es wird also ausnahmslos auf den Chip zugegriffen. Überdies hinaus gibt es auch noch Tages- und Wochenlimits, die bei der Bargeldabhebung nicht überschritten werden dürfen. Dies soll das Risiko verringern, falls die Debitkarte einmal durch Verlust oder Diebstahl in falsche Hände geraten sollte.

Kartennutzung im Ausland

Viele Debitkarten können aufgrund des Co-Brandings auch im Ausland genutzt werden. Allerdings nur, wenn das auf der Karte aufgedruckte LOGO auch auf dem Automaten zu finden ist. Sehen Sie bspw. das Maestro-Logo und haben das gleiche LOGO auf der Karte, sind die Lese- und Abrechnungsmethoden kompatibel.

Doch Vorsicht, Ihre Bank wird in den meisten Fällen Gebühren für die Auslandszahlung berechnen. Auch wenn Sie innerhalb Deutschlands keine Gebühren zahlen müssen.

Planen Sie also eine Auslandsreise, lohnt es sich, zu vergleichen, welche Kosten für den Bargeldbezug und die Zahlung in Geschäften anfallen. Meist lohnt es sich, eine Kreditkarte zu nutzen. Zum einen werden Kreditkarten häufiger für die Zahlung akzeptiert, zum anderen sind die Kosten oft geringer. Es gibt auch Kreditkartenanbieter, die die kostenlose Nutzung im Ausland, zumindest eine begrenzte Anzahl im Jahr, für ihre Kunden ermöglichen.

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