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Bausparkredit

Der Bausparkredit oder auch das Bauspardarlehen, wird Ihnen von Ihrer Bausparkasse bereitgestellt, wenn Sie dort einen Bausparvertrag abgeschlossen und zuteilungsreif angespart haben. Das Darlehen darf für alle wohnwirtschaftlichen Zwecke genutzt werden. Also sowohl für den Immobilien- oder Grundstückserwerb, den Um- oder Anbau und für Modernisierung, Renovierung und Sanierung. Das Gebäude muss nicht einmal selbst genutzt werden, wie es bei öffentlichen Förderkrediten häufig der Fall ist.

Die Kreditsumme orientiert sich an der abgeschlossenen Bausparsumme und dem anzusparenden Kapital. Dieses reicht von 20 – 50% und wird bestimmt durch die Vertragsgestaltung Ihrer Bausparkasse. Bereits beim Abschluss des Vertrages wird der zu zahlende Darlehenszinssatz festgelegt.

Vor- und Nachteil gleichzeitig

Dass man bereits Jahre vorher genau weiß, zu welchem Zinssatz man das Bauspardarlehen bekommen wird hat sicherlich einen riesigen Vorteil in Bezug auf die Planung. Allerdings weiß man nie, wie sich der Marktzins entwickeln wird. Hat man bei der Bank in 15 Jahren ein günstigeres Angebot, wäre die Nutzung des Bauspardarlehens nicht sinnvoll.

Auf der anderen Seite hat man gut vorgesorgt, wenn der Zins bei den Banken steigt.

Unter 30.000,- Euro Darlehenssumme handelt es sich um ein Blankodarlehen

Für Blankodarlehen bei der Bausparkasse gibt es eine gesetzliche Grenze von 30.000,- Euro. Das bedeutet, dass das Darlehen bis zu dieser Grenze ohne Eintragung einer Grundschuld vergeben wird. Hieraus ergeben sich zwei riesige Vorteile:

Erstens haben Sie die Möglichkeit, das angesparte Geld zusammen mit dem Kredit als Eigenkapital bei einem ergänzenden Bankdarlehen anzugeben. Zwar muss die Darlehensrate in Ihre Haushaltsrechnung passen, aber wenn das kein Problem ist, können Sie bei der Bank einen besseren Zinssatz aushandeln, da der Beleihungsauslauf sehr viel niedriger ist.

Zweitens ist die Abwicklung für ein Blankodarlehen viel einfacher. Es werden so gut wie keine Nachweise gefordert, wofür das Geld verwendet wird. So müssen Sie nicht jede winzige Rechnung einreichen. Die Angabe, dass Sie das Geld wohnwirtschaftlich verwenden reicht in der Regel aus. Lediglich bei Verträgen, die durch die staatliche Wohnungsbauprämie gefördert wurden, wird die Verwendung häufiger überprüft. Lediglich Ihre Bonität wird genau geprüft.

Nötige Sicherheiten beim Bausparkredit

Wie bei allen Darlehen benötigen Sie auch beim Bausparkredit (außer beim Blankodarlehen!) Sicherheiten. Hier wird normalerweise eine Grundschuld eingetragen, die jedoch im Rang hinter einem evtl. Bankdarlehen steht. Die Bausparkasse lässt also der Bank den Vortritt, falls es einmal zu einer Pfändung kommt.

Rückzahlung jederzeit in voller Höhe möglich

Für die Rückzahlung gibt es Mindestraten, die immer einzuhalten sind. Diese liegen meist zwischen 4 – 10 ‰ der abgeschlossenen Bausparsumme. Darüber hinaus dürfen Sie jederzeit Sonderzahlungen leisten, sogar den Kredit ganz ablösen, was Ihnen die größtmögliche Flexibilität verschafft.

Vorfinanzierung ist möglich

Wenn Sie ein Darlehen benötigen, jedoch noch keinen Bausparvertrag abgeschlossen haben, besteht die Möglichkeit, bei der Bausparkasse eine Vorfinanzierung zu beantragen. Dabei wird ein neuer Bausparvertrag abgeschlossen. Dazu wird ein Darlehenskonto eröffnet, welches Sie sofort in Anspruch nehmen können.

Nun gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, je nach Vertrag.

  1. Sie sparen regelmäßige Raten in den Bausparvertrag und zusätzlich zahlen Sie die Zinsen auf den gesamten Darlehensbetrag. Erst wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, bekommen Sie das normale Bauspardarlehen mit dem die Vorfinanzierung abgelöst wird. Der Bausparkredit wird dann mit den weiteren Raten monatlich abbezahlt.

  2. Die Vorfinanzierung wird über die zweifache benötigte Summe abgeschlossen. Eine Hälfte bekommen Sie, die andere wird in den neuen Bausparvertrag eingezahlt. Durch diese Summe wird der Vertrag nach einiger Zeit zuteilungsreif, auch wenn Sie nicht weiter ansparen. Da Sie in dieser Zeit nur die Zinsen auf das Vorausdarlehen zahlen, ist die monatliche Rate in der Regel recht niedrig. Wird dann das Vorausdarlehen abgelöst, tragen Sie ab diesem Zeitpunkt wieder die normalen Raten für den Bausparkredit. Hier ist jedoch der Nachteil, dass durch die doppelte Summe auch die doppelte Abschlussgebühr im Bausparvertrag anfällt. Dennoch bietet sich die Variante manchmal an, weil Sie vielleicht in Zukunft mit einem höheren Gehalt rechnen, oder eine größere Auszahlung erwarten.

Kosten für einen Bausparkredit

Von einem Vorausdarlehen abgesehen sind die Kosten für ein Bauspardarlehen fest kalkulierbar. Normalerweise sind die Zinssätze recht niedrig, man darf allerdings nicht vergessen, zum Sollzins auch das evtl. fällige Agio und die Abschlussgebühr des Vertrages zu rechnen. Dennoch kann sich die Sache rechnen. Wir möchten hier gern ein Beispiel geben:

Bausparvertrag in Höhe von 60.000,- Euro Bausparsumme

Abschlussgebühr 1% = 600,- Euro

Sollzins 1% p.a.

50% Mindestansparsumme

Darlehen 30.000,- Euro

Agio 1,5% der Darlehenssumme = 450,- Euro

Rechnen wir hier eine feste Rate von 300,- Euro pro Monat, zahlen wir inkl. Zinsen 2.387,18 Euro an Gebühren. Das erhöht den Effektivzinssatz auf 1,87%, was immer noch recht günstig wäre.

Nehmen wir einmal an, wir bekommen bei der Bank für unser Vorhaben (Kaufpreis 90.000,- Euro) ein Angebot zu 1,4% eff. Zinssatz. Jetzt könnten wir unser Guthaben aus dem Bausparvertrag nehmen und das günstigere Bankangebot nehmen. Lassen Sie jedoch die Bank ein Vergleichsangebot machen, mit 30.000,- Euro Eigenkapital mehr. Hier käme dann ihr Bausparkredit ins Spiel. Häufig kommt man so nämlich unter die 60% Beleihungsgrenze was einen deutlichen Zinssprung ausmachen kann. So könnte die Bank für das Darlehen jetzt vielleicht einen Effektivzins von weniger als 1% realisieren.

Rechnen Sie die Kosten in Euro statt in Prozent aus, so können Sie sehr gut vergleichen, was für Sie günstiger ist.

Bausparkredit als Anschlussfinanzierung

Wenn Sie heute ein Bankdarlehen für Ihre Finanzierung nutzen, denken Sie darüber nach, ob ein Bausparvertrag für die Anschlussfinanzierung nach Zinsbindungsende für Sie in Frage kommt. Je nach Ausgestaltung können Sie so theoretisch von jetzt an, bis alle Darlehen komplett abgezahlt sind, eine gleichbleibende Rate vereinbaren.

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